Angebot und Nachfrage

Migranten erreichen am 9. Februar den Hafen von Lampedusa, nachdem sie von der italienischen Küstenwache gerettet wurden. Bei dem jüngsten Flüchtlingsdrama vor der Insel kamen vermutlich weit mehr Menschen ums Leben als bekannt.
Migranten erreichen am 9. Februar den Hafen von Lampedusa, nachdem sie von der italienischen Küstenwache gerettet wurden. Bei dem jüngsten Flüchtlingsdrama vor der Insel kamen vermutlich weit mehr Menschen ums Leben als bekannt.
Foto: Italienische Küstenwache

Über 300 weitere Flüchtlinge sterben im Mittelmeer – aber es ist nicht nur die hohe Zahl der Opfer, die erschüttert, sondern auch der Zeitpunkt, an dem sich diese weitere Tragödie zugetragen hat.

Denn bislang wagte kaum jemand der Schleuser die gefährliche Überfahrt auf dem aufgewühlten Mittelmeer des Winters: Warum das eigene Leben für ein paar Flüchtlinge riskieren, wenn es doch weit weniger risikoreich im Frühjahr und Sommer vonstatten gehen kann?

Es ist ein grausames Geschäft, das an den Küsten Afrikas betrieben wird, und doch funktioniert es nach dem gängigen Handelsprinzip von Angebot und Nachfrage.

Die Not der Menschen, die ins gelobte Europa drängen, muss demnach noch einmal größer geworden sein – wartet auf rauer See nicht das Risiko des eventuellen Todes, sondern das des sehr wahrscheinlichen.

Europa übrigens reagiert auch nach gängigem Prinzip, nämlich gar nicht.