Allemal besser als eine Blockade

Deutschland müht sich mehr schlecht als recht mit seiner Energiewende. Dazu gehört auch der Spagat beim Thema Kohlekraft. Einerseits brauchen wir sie zur Stromgewinnung noch für Jahrzehnte, um die Schwankungen grüner Energie auszugleichen. Andererseits stehen Kohlekraftwerke dem Ziel der Regierung im Weg, den Vorreiter in Sachen Klimaschutz zu geben. Doch die Diskussion über die deutsche Energiewende lässt sich nicht einfach auf den Export deutscher Kraftwerkstechnologie übertragen.

Chinas Energiehunger wächst ganz ohne unser Zutun, im Reich der Mitte geht fast jede Woche ein neues Kohlekraftwerk ans Netz. Das zu beklagen, wird das Klima nicht retten. Dennoch ist es verständlich, wenn die Frage, ob deutsche Unternehmen daran mitverdienen dürfen, nicht rein ökonomisch, sondern auch politisch bewertet wird. Siemens etwa wirbt damit, die saubersten Kohlekraftwerke mit den höchsten Wirkungsgraden zu entwickeln. Die Konzerne da beim Wort zu nehmen und die Exportförderung an Umweltstandards zu knüpfen, ist nur konsequent. Das wird Chinas CO2-Bilanz nicht entscheidend verbessern, ist aber allemal sinnvoller als eine Export-Blockade.