Allein der Patient zählt

Das Thema Sterbehilfe ist umstritten.
Das Thema Sterbehilfe ist umstritten.
Foto: Rainer Jensen / Illustration

Die Frage, ob ein Arzt einem todkranken Patienten Sterbehilfe leisten darf, gehört wohl zu den komplexesten ethischen Fragen der Medizin. Ein klares „Ja“ ist ebenso schwer wie ein eindeutiges „Nein“. Doch eine Regelung muss her.

Warum wir eine eindeutige Regelung brauchen? Weil Sterbehilfe in der Medizin zum Tagesgeschäft gehört, sich die Ärzte aber immer am Rande der Strafbarkeit bewegen. Jedes abgeschaltete Beatmungsgerät, jede nicht gegebene Medizin, die es einem sterbenskranken Menschen ermöglichen soll, sich nicht noch länger zu quälen, bedeutet Sterbehilfe.

Allein der Patient steht im Mittelpunkt der Entscheidung

Und wenn Experten jetzt Ärzten und Kliniken vorwerfen, sie würden das Leben ihrer Patienten künstlich – und für viel Geld – verlängern, dann schreit das erst recht nach einer Regelung. Denn wer entscheidet, was zu viel ist?

Letztlich muss zählen, dass allein der Patient im Mittelpunkt der Entscheidung steht – selbst, wenn er sich dazu nicht mehr äußern kann.