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Aldi-Republik Deutschland

Die Filiale in der Huestraße 89 in Essen-Schonnebeck von außen im Jahr 1930.
Die Filiale in der Huestraße 89 in Essen-Schonnebeck von außen im Jahr 1930.
Foto: Aldi

Wer hat sich wohl mehr verändert in diesen 100 Jahren? Aldi oder Deutschland? Schwer zu sagen. Doch es ist etwas dran, wenn von der Aldi-Republik gesprochen wird. In gewisser Weise ist Deutschland Aldi, und Aldi ist Deutschland.

Diese Läden haben das Land geprägt. Sparsam und gründlich, kleinlich bis übergenau: Sind wir nicht alle ein bisschen Aldi? Dass die Firmen-Geschichte im Ruhrgebiet spielt, klingt logisch.

Andere machen große Worte, hier zählen Taten. Es geht ums Wesentliche. Nicht Manager gehören in den Mittelpunkt, sondern Kunden. Marken, um das Ego zu befriedigen? Nicht nötig. Auch der Name ist schnörkellos: Aldi statt „Albrecht Discount“.

Es ist schon verblüffend. Kaum ein Konzern ist ähnlich verschwiegen wie Aldi, trotzdem kann fast jeder mitreden, als gehe es um ein Spiel von Schalke oder BVB. Dabei pflegt Aldi eine Geheimniskrämerei, die in einer Zeit, in der Transparenz fast alle Lebensbereiche prägt, doch recht unmodern wirkt.

Die Menschen wollen wissen, wie es hinter der Firmen-Fassade aussieht. Sind die Produkte nicht nur preiswert, sondern auch fair? Und wie steht es um die Mitarbeiter? Wenn sich eine Republik schneller verändert als das Unternehmen, bekommt das Unternehmen ein Problem.

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