AKW als tickende Zeitbomben

In der Ukraine wächst die Angst vor einem zweiten Tschernobyl.
In der Ukraine wächst die Angst vor einem zweiten Tschernobyl.
Foto: Archiv/dpa

Als wäre die militärische Eskalation im Osten der Ukraine nicht schon besorgniserregend genug. Jetzt wird deutlich, dass auch gewaltige nukleare Gefahren drohen. Und die sind von Kiew allein nicht zu beherrschen. Die ukrainischen Atommeiler gelten ohnehin als unsicher. Die Tschernobyl-Katastrophe aus April 1986 hat sich auch unter diesem Aspekt ins Langzeitgedächtnis der Menschen eingebrannt.

In Zeiten von Destabilisierung und Krieg dramatisiert sich die Lage. Allein sechs Reaktoren arbeiten unter Führung russischer Experten bei Saporischschja in der Ostukraine. Sie sind - wie jedes andere AKW in der Welt - abstürzenden Flugzeugen wie panzerbrechenden Waffen schutzlos ausgeliefert.

Atommülllager, drohende Stromausfälle machen sie zu tickenden Zeitbomben. Die Restbestände an ehemals russischen Nuklearwaffen auf dem Gebiet der Ukraine kommen hinzu. Um die Gefahr zu bannen, braucht es ein Einlenken Putins. Und zwar blitzschnell.