Immer mehr Tiere von Schmallenberg-Virus befallen
21.02.2012 | 18:22 Uhr 2012-02-21T18:22:27+0100
Berlin. Die Zahl der bundesweit mit dem sogenannten Schmallenberg-Virus befallenen landwirtschaftlichen Betriebe hat sich seit Ende Januar mehr als versechsfacht. Nach Auskunft des Friedrich-Loeffler-Instituts grassiert das Virus mittlerweile auch in Belgien, den Niederlanden und Frankreich.
führt , breitet sich weiter aus. In 668 landwirtschaftlichen Betrieben seien Tiere befallen, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut am Dienstag mit. Das sind 29 Betriebe mehr als am Vortag. "Die Entwicklung ist besorgniserregend, weil wir nicht abschätzen können, wie es weitergeht", sagte eine Sprecherin des Bundes-Instituts, das auf Tierkrankheiten spezialisiert ist. Am 27 Januar wurden zum ersten mal alle Betriebe erfasst, in denen das Virus nachgewiesen wurde. Das war damals in 106 Ställen der Falls.
Das Schmallenberg-Virus ist erstmals vergangenen November nachgewiesen worden. Der Erreger werde nach bisherigen Erkenntnissen von Stechmücken übertragen. Bei den befallenen Muttertieren führe die Infektion zu Fehl- und Totgeburten sowie zu lebensunfähigen Kälbern. Schwerpunkt sei Nordrhein-Westfalen.
Schmallenberg-Virus auch in Belgien, den Niederlanden und Großbritannien
Der Erreger wurde erstmals bei Tieren aus Schmallenberg im Sauerland nachgewiesen und erhielt so seinen Namen. Für den Menschen geht von ihm nach Angaben des Instituts nach bisherigen Erkenntnissen kein Gesundheitsrisiko aus. An einem Impfstoff werde fieberhaft gearbeitet. Die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Schmallenberg-Virus könnte sich jedoch noch bis 2013 hinziehen. Allein, um einen Prototypen gegen das Virus fertigzustellen, würden mehrere Monate benötigt, sagte Elke Reinking vom Friedrich-Loeffler-Institut. Anschließend seien weitere Klinikstudien nötig, um den Impfstoff auf dem Markt zuzulassen.
Neben Deutschland sind bisher auch aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien Infektionen mit dem Schmallenberg-Virus bekanntgeworden. Agrarministerin Ilse Aigner hat eine nationale Meldepflicht auf den Weg gebracht und setzt sich auch für eine Meldepflicht auf EU-Ebene ein. (rtr/dapd)
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