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Neue Bewegungsidee : Nordic Dogging: Mehr als nur Mitdackeln

Tierisches, 13.04.2009, Kirsten Simon

Bochum. "Nordic Dogging" heißt der neuer Trend für Hund und Herrchen. Es ist eine ganz neue Bewegungsidee, die es deutschlandweit so nur in Bochum gibt – und zwar seit Anfang des Jahres. Das Gute daran ist: „Nordic Dogging ist für jeden Hund geeignet”, sagt Hundelehrerin Daniela Bierögel.

Verkehrte Welt: Die Frauchen holen Stöckchen, die Hunde gucken sich das an. Diese ungewöhnliche Arbeitsteilung hat einen sportlichen Hintergrund. Nordic Dogging. Ein Programm, das sowohl Hundehalter als auch Fiffi in Schwung bringen soll.

Nordic-Walking-Trainerin und Hunde-Trainerin laufen mit

Nordic Dogging funktioniert so: Die Menschen sind nordic walkend unterwegs, also strammen Schrittes und mit Walking-Stöcken. Die Hunde begleiten sie. Sie laufen an speziellen Leinen neben ihren Haltern her und bleiben zwischendurch mit Agility- und Leinenführungs-Übungen munter. Geleitet wird das sportliche Vergnügen von Hundetrainerin Daniela Bierögel von „Dogs unlimited” in Weitmar und von der ausgebildeten Nordic-Walking-Trainerin und Hundefreundin Helma Schlögl. Eine ganz neue Bewegungsidee, die es deutschlandweit so nur in Bochum gibt – und zwar seit Anfang des Jahres.

Für Anfänger und Fortgeschrittene

Hundetrainerin Daniela Bierögel mit Saint-Ex. Fotos: WAZ, Ingo Otto

Das Programm kommt an. „Inzwischen haben wir einen Fortgeschrittenen- und einen Anfängerkurs”, sagt Helma Schlögl. Sie selbst kam auf diese Geschäftsidee, zusammen mit Daniela Bierögl. Denn die Nordic-Walkerin ist selbst durch diese Sportart fit geworden, „aber es war blöd, dass mein Hund nichts davon hatte”, sagt sie. Irgendwie dackelte der immer nur mit – bis Frauchen einen Walking-Schritt weiter gedacht hat. Mit ihrer Idee hatte sie den Nerv zahlreicher Hundefreunde getroffen.

Für jeden Hund geeignet

„Nordic Dogging ist für jeden Hund geeignet”, sagt Hundelehrerin Daniela Bierögel. Chagall, ihr eigener, ein Russischer Terrier in Ponygröße, hechelt ebenso mit, wie die kleine Phoebe, die kaum über einen Fußball gucken könnte. Aber um Ballsport geht es ja in diesem Fall auch nicht.

Treffpunkt Biomedizinpark

Zum Anfängerkurs treffen sich 14 Teilnehmer, sieben auf zwei Beinen, sieben auf vier Beinen, auf dem Gelände des Biomedizinparks an der Uni. Beim Nordic Dogging führen ausschließlich die Menschen die Stöcke mit sich, die Hunde turnen stocklos herum. Anders herum wäre es wohl auch etwas albern.

Hunde an die Stöcke gewöhnen

Um die Tiere an die Stöcke zu gewöhnen, ruft Helma Schlögl den Teilnehmern zu: „Jetzt mal die Straße hoch gehen und ganz viel Lärm mit den Stöcken machen.” Obwohl ja auch die Hunde noch Anfänger sind, sind alle ganz brav. Interessiert schauen sie ihre Frauchen an und laufen mit – die speziellen Leinen werden ebenso wie die Stöcke zur Verfügung gestellt. Die Leinen können mit einer Schlaufe am Arm befestigt werden, damit Hund, Leine, Stöcke und Beine nicht kreuz und quer durcheinander kommen. „Ein Österreicher hat diese Leinen erfunden, sie sind eigentlich als Wander-Leinen gedacht”, sagt Helma Schlögl.

Überraschenderweise will kein Hund die Stöckchen der Frauchen klauen. Allerdings werden manche Hunde mit Leckerchen bestochen. Aber nicht mit zu vielen, denn es geht ja um ein gesundes Leben und um Sport.

Aska und Carlotta

„Ich weiß noch gar nicht, wohin mit meinen Stöcken”, sagt Teilnehmerin Christel Thomas. Aber kurz darauf hat sie den Dreh raus, ebenso wie Aska, ihr schwarzer Schäferhund. Andrea Baltussen hatte sich vorher schon ein paar Mal am Kemnader See als Nordic-Walkerin versucht, das aber nie mit ihrem Labrador Carlotta koordinieren können. Jetzt hat sie sich gemeinsam mit ihrer Freundin Steffi Konjetzky und deren Labrador Nugget fürs Nordic Dogging entschieden.

Zum Aufwärmen Musik

Für die Aufwärmübungen legen die beiden Trainerinnen eine Musik-CD in die Anlage ihres Autos, sie lassen die Tür auf und beschallen so einen Teil der Wiese, auf der die Sportler sich warm machen. Die Hunde springen zur Vorbereitung über die Stöckchen, dann geht bzw. walkt die Gruppe los. Durch den Biomedizinpark hinein ins Grüne. „Schön aufrecht, langer Arm, flacher Stock, angepasste Schrittlänge”, ruft Helma Schlögl.

Einige vorbeikommende unbeteiligte Hunde mit ihren Herrchen schauen ganz neidisch herüber. Wau!

Weitere Infos zum Nordic Dogging gibt es bei Daniela Bierögel und Hans-Joachim Bucher von Dogs Unlimited, (01805) 999 166 14 oder im Internet bei Dogs Unlimited oder bei Nordic Dogging.

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