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Olivenöl: Schadstoffe, schlechter Geschmack und Schummeleien

28.01.2016 | 05:47 Uhr
Olivenöl: Schadstoffe, schlechter Geschmack und Schummeleien
Olivenöl gilt als gesund. Nicht jedes Öl, das in Deutschland verkauft wird, ist auch gut. Foto: imago/Westend61

Berlin.  Mineralölrückstände, wurmstichiger Geschmack: Die Urteile von Stiftung Warentest für Olivenöle klingen wenig appetitlich.

Olivenöl gilt als gesund, Feinschmecker und Gelegenheitsköche schätzen es gleichermaßen. Auf den meisten Flaschen in deutschen Supermärkten steht „Natives Olivenöl extra“, diese Kennzeichnung gebührt laut EU-Olivenölverordnung nur hochwertigen Produkten.

Dass es die Hersteller damit nicht so genau nehmen, zeigt eine neue Untersuchung der Stiftung Warentest: 13 von 26 Ölivenölen bekamen das Urteil mangelhaft. Nur ein einziges Öl überzeugte die Tester: O-Med Picual Extra Virgin Olive Oil schnitt gut ab. Dafür zahlen Verbraucher etwa 40 Euro pro Liter.

Hohe Schadstoffbelastung

Mehrere Produkte fielen durch ihre hohe Schadstoffbelastung negativ auf. In den Olivenölen von Herdade Paco do Conde, L‘Estornell Arbequina Picual, Livio und dem Bio-Öl Mani Bläuel Kalamata fanden die Tester etwa hohe Mengen von potenziell krebserregenden Mineralölrückständen, so genannte MOAH. Pestizide waren hingegen kein gravierendes Problem.

Vor allem der Geschmack wurde den getesteten Olivenölen zum Verhängnis. Alle tragen die Bezeichnung „Natives Olivenöl extra“ auf dem Etikett, doch gleich sieben Kandidaten schmeckten wahlweise modrig, lakig, ranzig oder sogar wurmstichig. Sie alle schnitten automatisch mangelhaft ab, weil sie ihrer Kennzeichnung nicht gerecht werden, darunter beispielsweise die Öle von Alnatura und Livio.

Falsche Angaben zur Herkunft

Auch bei der Deklaration patzten fast alle Olivenöle, die die Tester unter die Lupe nahmen. So müssen nach Angaben der Warentester drei Pflichtangaben auf der Flasche stehen: „Natives Olivenöl extra“, „erste Güteklasse – direkt aus Oliven ausschließlich mit mechanischen Verfahren gewonnen“ sowie die Herkunft. Aber nur auf fünf der 26 Produkte machten die Anbieter es richtig. Zudem schummelten scheinbar auch mehrere Anbieter bei der Angabe der Herkunft. Alnatura, Antico Frantoio, Piccardo & Sayorè Rivera Ligure und Prim Oli Toscano geben als Herkunftsland Italien an, Aldi Nord Spanien – bei allen fünf ließ sich dieses Angabe durch eine Herkunftsanalyse nicht bestätigen, erklären die Warentester. Selbst das EU-Herkunftssiegel sei offenbar keine Garantie für Richtigkeit.

Trotz ernüchternder Ergebnisse rät Stiftung Warentest nicht dazu, Olivenöl gänzlich vom Speiseplan zu streichen. Studien würden belegen, dass die mediterrane Küche mit wenig Fleisch, viel Gemüse, Fisch, Nüssen und eben Olivenöl Herz und Kreislauf gut tue. Wer den Rat beherzigen möchte, kann immerhin zu dem einen guten und den neun befriedigenden Test-Ölen greifen:

  • O-Med Picual, 40 Euro/Liter, gut
  • Hacienda Iber Arbequina, 16 Euro/Liter, befriedigend
  • Lidl/Andorinha Portugal, 6,40 Euro/ Liter, befriedigend
  • Monini Gran Fruttato, 14,20 Euro/ Liter, befriedigend
  • Rapunzel Kreta (Bio), 18 Euro/Liter, befriedigend
  • Edeka /italia, 12 Euro/Liter, befriedigend
  • Latzimas (Bio), 5,75 Euro/Liter, befriedigend
  • Piccardo & Sayorè, 20 Euro/Liter, befriedigend
  • Cretan Prince, 8,40 Euro/Liter, befriedigend
  • Aldi (Nord) /Italia, 12 Euro/Liter, befriedigend
Kommentare
28.01.2016
08:56
Olivenöl: Schadstoffe, schlechter Geschmack und Schummeleien
von rabedo | #1

Ich kann das Wort schummeln in den Medien nicht mehr hören. Ob Olivenöl, Abgasskandal, DFB usw. Bei jedem kleinen Piefke würden Zeitungen und...
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2016-01-28 05:47
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