Wohntrends 2015 - Natürlich elegant soll es sein

Geradlinig und gar nicht rustikal: So sehen Möbel des neuen Designs aus.
Geradlinig und gar nicht rustikal: So sehen Möbel des neuen Designs aus.
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Hier und da ein paar kräftige Farbtupfer, dazu reichlich Naturmaterialien. Das sind – stark verkürzt – die wichtigen Trends beim Wohndesign. Denn auf der einen Seite legen die Menschen zunehmend Wert auf hochwertige und natürliche Materialien wie Wolle, Leder, Stein und Holz. Und auf der anderen Seite möchten sie ihrer geliebten Wohnumgebung Farbe verpassen.

Denn das eigene Zuhause wird als Rückzugs- und Erholungsort für die meisten Menschen immer wichtiger: Nach Hause kommen, sich wohl fühlen, man selbst sein. Dementsprechend wird Haus oder Wohnung gemütlich und vor allem individuell eingerichtet. Dabei helfen harmonische Formen und Farben und wohnliche, mit Liebe und Bedacht ausgewählte Accessoires.

Weinrot gibt den Ton an

Besonders beliebt sind Möbel, bei denen die Maserung und die Struktur des Holzes zu sehen sind. Sie betonen die naturbelassene Optik. Außerdem strahlen die warmen Holztöne Behaglichkeit aus. Im Unterschied zu früher wirken Holzmöbel heute aber nicht mehr klobig und rustikal. Der Trend geht in Richtung Leichtigkeit und edle Verarbeitung.

Ähnliches gilt für Stoffe für Gardinen, Polster und andere Textilien. Leinen, Wolle und Baumwolle passen in verschiedenster Verarbeitung zum natürlichen Design der Dekoration.

Weinrot ist die Trendfarbe für Mode und Einrichtung. Davon geht das Unternehmen Pantone aus, das jedes Jahr Trendscouts aussendet, um Farbmoden zu analysieren. Nach dem Orchideen-Pink von 2014 und einem intensiven Smaragdgrün 2013 ist in diesem Jahr ein sattes Rotbraun Tonangeber. Marsala – wie der tiefrote, sizilianische Likörwein, haben die Trendexperten den Ton getauft. Ihrer Meinung nach strahlt er eine elegante und doch urige Natürlichkeit aus. Marsala bringt Wärme in die Wohnung, und fragt man Innenarchitekten, dann lässt es sich hervorragend mit Taupe- und Grautönen sowie mit Bernstein- oder Goldgelb, Türkis oder Blaugrün kombinieren.

Raumteiler statt echter Wände

[kein Linktext vorhanden] Das Sofa ist das beliebteste Möbelstück der Deutschen. In der Gunst der Bundesbürger rangiert es noch vor dem Bett. Da wundert es nicht, dass sich Designtrends bei Polstermöbeln besonders deutlich niederschlagen. Bunt und weich müssen sie in der kommenden Saison sein, denn sie sollen zum Lümmeln einladen. Und sie sollten sich nach Möglichkeit auch als Raumtrenner einsetzen lassen. Denn Raumtrenner bleiben wie in den letzten zwei Jahren weiterhin Trumpf, um verschiedene Wohnbereiche voneinander abzugrenzen. Neben Sofas können auch Regale oder Deko- Elemente wie etwa Vorhänge aller Art als Raumtrenner fungieren. Denn obwohl heutige Wohnungen offener geschnitten sind als früher und daher weniger Wände haben, verlieren sie nicht ihre vorbestimmten Bereiche. Die abgetrennten Plätze werden zu Ruheinseln. So lässt sich etwa im Wohnzimmer ganz unkompliziert eine Leseecke einrichten, indem man nur einen Vorhang zuzieht. Auch die richtige Beleuchtung spielt beim Einrichten eine große Rolle: Denn Licht schafft nicht nur Helligkeit, sondern mithilfe des Lichts lassen sich ganze Räume gestalten. Einfache Deckenlampen für die Rundumbeleuchtung sieht man heutzutage immer seltener. Vielleicht, weil sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass ein bis in den letzten Winkel ausgeleuchteter Raum unbehaglich wirkt. Angeleuchtete Wände lassen den Raum größer wirken, angestrahlte Decken rücken optisch nach oben und Lichtakzente im Raum schaffen Stimmung. Optimal für eine wohnliche Lichtgestaltung sind LEDLampen und -Leuchtmittel. Die energiesparenden LEDLämpchen sind nicht nur langlebiger als herkömmliche Glühbirnen, sondern auch beliebt in modernen Wohnungen, weil sie vielseitig eingesetzt werden können. Während LED schon lange in Elektrogeräten und für die Dekoration verwendet werden, wurden sie für die Wohnbeleuchtung gemieden, da ihr Licht hart bis grell sein kann. Mittlerweile gibt es LED aber auch in warmen Farben, was sie ideal für den neuen Wohntrend macht. Besonders beliebt: LED im typischen Licht der alten Glühbirnen.

Das Kinderzimmer wird zum Schloss

Ein Schreibtisch, ein Hochbett, ein Kleiderschrank: So sehen Kinderzimmer heute nicht mehr aus. Der Nachwuchs möchte bei der Gestaltung seines kleinen Reichs ein Wörtchen mitreden und hierbei geht der Trend in Richtung Themenzimmer. Die Hersteller kommen den jungen Wünschen entgegen und bieten komplette Sets mit Tapeten, Bordüren, Wandbildern, passenden Vorhängen und Bettwäsche an. Damit lässt sich das Kinderzimmer aus einer Hand wahlweise in ein Seeräuber- Hauptquartier, ein Prinzessinnen-Schloss oder in einen wilden Dschungel verwandeln. Der kleine Fußballfan kann sich sein Bett mit Torvorrichtung aussuchen, und der PS-Narr von Morgen macht seine Hausaufgaben an einem Auto- Schreibtisch. Insgesamt werden Kinderzimmer farbenfroher. Aber auch die Grundfarbe Weiß wird sich bei Kinder- und Jugendmöbeln ganz klar noch eine Weile halten.