Keine Angst vor Wespen

Was wir bereits wissen
Sie sorgen für Unruhe beim Kaffeeklatsch oder beim Grillfest. Tipps zum Umgang mit den Plagegeistern

Sie verbreiten einfach Unruhe: Kaum ein Mensch bleibt gelassen in der Nähe von Wespen. Dabei tun die Tiere meistens nichts – aus eigenem Antrieb heraus würden sie nicht angreifen, sondern nur, wenn der Mensch ihnen zu nahe kommt. Ein paar Tipps zum Umgang mit den sommerlichen Plagegeistern.

Wie reagiere ich auf eine Wespe?

Ganz wichtig: ruhig bleiben. Das ist leichter gesagt als getan – denn die Tiere nerven einfach. Doch Wespen greifen nie aus eigenem Antrieb einen Menschen an, betont der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Dies tun sie nur, wenn sie eine Bedrohung für sich oder ihr Nest sehen. Bedrohungen sind für die winzigen Tiere heftige Bewegungen. Aber sie reagieren auch darauf, wenn man sie anpustet: Der Atem enthält Kohlendioxid, ein Alarmauslöser für die Tiere.

Wie halte ich Wespen fern?

Die Tricks klingen simpel, aber sie helfen: Wer sich draußen auf Terrasse oder Balkon aufhält, sollte Lebensmittel und zuckerhaltige Getränke mit einer Abdeckhaube schützen und Honigund Marmeladengläser verschließen, rät der Deutsche Schädlingsbekämpfer-Verband (DSV). Es gibt aber auch eine Möglichkeit, die Tiere auszutricksen. Experimente haben gezeigt, dass zur Ablenkung aufgestelltes überreifes Obst in einer Entfernung von fünf bis zehn Metern die Tiere von gedeckten Tischen ablenkt.

Was hält Wespen vom Haus fern?

Das Einfachste ist, sie mit einem Insektenschutzgitter nicht hineinzulassen. Preiswert und einfach anzubringen sind Netze aus Kunststoff, die man selbst auf die Größe der Fenster und Türen zuschneidet. Selbstklebende Bänder halten sie am Rahmen. Doch diese Variante hat eine geringe Haltbarkeit, und die Fenster lassen sich damit schwieriger reinigen, erklärt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF). Besser in der Handhabung, aber etwas teurer sind Spannrahmen mit Fiberglasgewebe und mitgelieferter Halterung. Für Balkon- oder Terrassentüren gibt es etwa Drehrahmen, die sich wie die Tür selbst öffnen und schließen lassen. Für Fenster eignen sich Insektenschutz- Rollos, die flexibel heruntergelassen werden. Die Netze und Gitter am Fenster können aber den Raum verdunkeln, Alternativen sind Systeme mit Transparentgewebe. Sogenannte Funktionsgewebe halten auch Pollen ab.

Was tun bei einem Wespennest?

Am besten lässt man einen Schädlingsbekämpfer kommen. Ist das Nest wirklich an einer problematischen Stelle, muss er die Tiere dennoch nicht töten, er kann sie oft auch umsiedeln. Allerdings löst sich das Problem eines Wespennests nach einiger Zeit von alleine: Die Tiere sterben je nach Art ab August und bis spätestens Anfang November ab. Nur die Jungköniginnen überleben, überwintern und gründen im Frühjahr neue Kolonien, erklärt der DSV. Für die Zeit des Zusammenlebens während des Sommers gilt auch hier: Die Tiere in Ruhe lassen und sie nicht bedrohen. Bleibt man laut Nabu zwei bis drei Meter vom Nest entfernt, wird die Flugbahn der Tiere nicht gestört. Wichtig ist aber, auf eventuelle Holzverschalungen und -verkleidungen auf dem Grundstück zu achten. Wespen verwenden sie zum Bau ihrer Nester. Der Nabu rät, Holzelemente mit umweltfreundlichen Lacken regelmäßig zu pflegen und damit zu schützen. Hängt ein Wespennest im Rollladenkasten oder unter Dachziegeln, sollten Hausbesitzer darauf achten, ob die Tiere Dämmmaterial und Ähnliches abtransportieren. (dpa)