Vorsicht, Stufe!

Ein Treppensturz kann ernste Verletzungen verursachen.
Ein Treppensturz kann ernste Verletzungen verursachen.
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Man benutzt sie laufend und vermutlich ist jeder schon einmal auf einer Treppe gestolpert oder gestürzt – und hat sich ein paar Abschürfungen und blaue Flecken zugezogen. Doch nicht immer bleibt es bei so harmlosen Verletzungen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben allein 2011 rund 1100 Menschen an den Folgen eines Treppensturzes. Mehr als 800 dieser Unfälle ereigneten sich dort, wo sich die Menschen am sichersten fühlen: zu Hause.

In vielen Fällen liegt der Grund für einen Treppenunfall bei den Betroffenen selbst. Zu große Eile, mangelnde Konzentration oder der Transport von sperrigen Lasten, die die Sicht behindern, zählen zu den häufigsten Auslösern für einen Stolperunfall.

Ein besonders wichtiger Aspekt bei der Sicherheit von Treppen ist nach Ansicht der Experten des Verbraucherportals Ratgeberzentrale.de eine ausreichende Rutschhemmung der Auftrittsfläche. Auch nachträglich lassen sich glatte Innen- und Außentreppen aus Holz, Naturstein oder auch Fliesen trittsicher machen.

Wer eine neue Holztreppe einbaut, kann die Stufen mit einem Pulver aus Kunststoffgranulat lackieren oder ölen lassen. Das Granulat sorgt dafür, dass die Oberfläche eine Struktur bekommt und nicht mehr glatt ist. Die Kosten für den Speziallack betragen etwa 60 Euro pro Stockwerk- Treppe. Ein derartiger Strukturlack lässt sich jedoch nicht nachträglich auftragen. Bei einer bestehenden Treppe hat man die Möglichkeit, von einem Fachhandwerker Anti-Rutsch- Profile einfräsen zu lassen.

Klebestreifen leisten gute Dienste

Auch Naturstein- oder Fliesenstufen lassen sich chemisch behandeln, was ihnen mehr Halt verleiht. Im Handel erhältlich sind Lösungen, die per Schwamm auf den steinernen Untergrund aufgetragen werden. Die chemische Reaktion raut den Untergrund auf, der dadurch mehr Griff bekommt. Das Verfahren kann auch von Laien angewendet werden und kostet unter zehn Euro pro Treppe oder Stockwerk. Eine günstige und effektive Lösung, die man sowohl im Innen- als auch im Außenbereich einsetzen kann, sind Klebebänder. Es gibt sie sowohl in schwarz als auch in fluoreszierenden Farben, die im Dunkeln leuchten. Fluoreszierende Klebebänder im Außenbereich oder für die Kellertreppe sind ideal, wenn die Beleuchtung nicht optimal ist. Für den Außenbereich kann man zwischen Klebebändern und Rutschmatten wählen – beide Varianten sind geeignet.

Bei den Matten sorgt das Profil für mehr Sicherheit. Aufgeklebt werden sie mit doppelseitigen Klebestreifen. Von Zeit zu Zeit sollte allerdings überprüft werden, ob die Klebestreifen noch fest sitzen. Rutschmatten sind in Heimwerkermärkten für rund 15 Euro zu haben. Glatte Treppenstufen erweisen sich jedoch nicht nur für Menschen als tückisch. Auch Vierbeiner wie Hunde und Katzen können darauf ausrutschen. Auch zum Schutz von Haustieren lohnt es also, sich Gedanken um die Trittsicherheit von Treppen zu machen.