Selbst ist der Mann

Was wir bereits wissen
Wie man den Oldie pflegt.

Die Reparatur und Pflege eines Oldtimers benötigen nicht nur Zeit. Neben Grundvoraussetzungen wie eine Garage oder eine Scheune muss gutes Werkzeug her. Zunächst sollte man sicher darüber im Klaren sein, was will ich selbst machen und was lasse ich lieber von Profis in einer Werkstatt erledigen. Da in jedem Haushalt eine Basisausstattung an Werkzeug vorhanden ist, sollte man zu Beginn eine Bestandsaufnahme machen. Was rostig oder abgenutzt aussieht – direkt wieder zurück in die Kiste oder in die Wertstoffsammlung. „Zu einer bescheidenen Grundausstattung gehören ein Schraubenziehersatz mit allen gängigen Größen, ein Knarrenkasten, eine Kombiund Wasserpumpenzange, ein Satz Ring/Maulschlüssel sowie – natürlich – ein Hammer“ meint Finn Felshart. Der junge Essener ist seit vier Monaten stolzer Besitzer eines Mercedes 190 E Benziner, Bj. 1989, den er für 1800 Euro erworben hat.

Er warnt davor anzunehmen, eine Weile mit Billigwerkzeug aus dem Internet auszukommen. Wenn nämlich die Zange durchrutscht oder der Schraubenzieher sich verformt, besteht die Gefahr, dass die Schrauben „doll“ gedreht werden und sich gar nicht mehr lösen lassen. Markenfirmen lassen sich ihre Produkte zwar gut bezahlen, dies erspart aber Ärger und man hat länger etwas davon. Ohnehin sollte man ein Werkzeug, das häufig zum Einsatz kommt, selbst begutachten. Es muss gut in der Hand liegen und darf keine scharfen Kanten aufweisen. Ein besonderes Kapitel sind Bohrmaschinen. Da die Standzeit und die Leistungsfähigkeit der Akkus von Jahr zu Jahr wachsen, schwärmen viele Hobbyschrauber inzwischen von schnurlosen Geräten, die sich flexibler einsetzen lassen. Wer sich an die Elektrik wagt, benötigt einen Multifunktionstester, eine Prüflampe und zum Zusammenfügen von Leitungen eine Crimpzange. Magnet als Retter Ein Teleskopmagnet kann manchmal zum Retter in der Not werden: Damit lassen sich heruntergefallene Schräubchen auch aus unzugänglichen Ecken wieder ans Tageslicht befördern.

Teures Spezialwerkzeug muss nicht immer gekauft werden, sondern kann auch tageweise ausgeliehen werden. Wer bestimmte Dinge häufiger benötigt, kann sich bei Werkstattauflösungen oder Auktionen umsehen, ob ein Schnäppchen zu machen ist, meint Finn Felshart. Zwei Dinge sollten immer dabei sein: Ein Fotohandy, um vor der Demontage die genauen Positionen zu dokumentieren, damit es beim Wiedereinbau kein Kuddelmuddel gibt. Und eine Erste-Hilfe- Ausrüstung, falls doch mal etwas daneben geht.