Sonne auf Abruf – Solarspeicher lagern Energie ein

Lohnt sich das produzieren von Solarstrom auf dem eigenen Hausdach noch? Ja, sagen Experten. Wenn möglichst viel davon selbst verbraucht wird.
Lohnt sich das produzieren von Solarstrom auf dem eigenen Hausdach noch? Ja, sagen Experten. Wenn möglichst viel davon selbst verbraucht wird.
Foto: Tobias Kleinschmidt

Essen.. Wenn die Sonne scheint, ist alles gut. Dann kann der von der Photovoltaikanlage auf dem Dach produzierte Strom direkt im Haus genutzt werden. Allerdings sind die meisten Menschen tagsüber nicht zu Hause. In der Regel werden daher nur etwa 30 Prozent des erzeugten Stroms direkt verbraucht. Das reicht für den wirtschaftlichen Betrieb einer Solaranlage.

Der große Rest des Stroms wird in öffentliche Netze eingespeist und zu seit Jahren sinkenden Einspeisesätzen vergütet. Wer aktuell eine Photovoltaikanlage errichtet, bekommt 12,5 Cent für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom. Für die gleiche Menge Strom zahlt er aber im Schnitt 28 Cent, wenn er ihn aus dem öffentlichen Netz bezieht. Und das müssen die Betreiber von Solaranlagen, wenn sie nach Sonnenuntergang Elektrizität benötigen.

Doch: Abhilfe schafft ein Batteriespeicher. Damit steht der eigene Solarstrom auch abends und nachts zur Verfügung. Ein Batteriespeicher mit einer Nennkapazität von fünf Kilowattstunden inklusive Installation kostet zwischen 6000 und 10 000 Euro netto. Es gibt Blei- und Lithiumspeicher. Moderne Lithium- Systeme sind langlebiger und leistungsstärker. Sie benötigen weniger Platz wegen der größeren nutzbaren Speicherkapazität. Während bei einer Nennkapazität von zehn Kilowattstunden (kWh) bei einem Bleispeicher nur etwa fünf kWh nutzbar sind, erreichen Lithiumspeicher acht kWh und mehr. Aber wer sich für einen Lithium- Hausspeicher entscheidet, setzt auf eine relativ neue Technik, für die es noch keine einheitlichen Normen gibt. Die günstigeren Bleispeicher beruhen auf einer jahrzehntelang praktizierten Technologie.

Damit verlässliche Lithium- Speicher angeboten werden, hat der Bundesverband Solarwirtschaft zusammen mit Experten einen Sicherheitsleitfaden erarbeitet. Viele Hersteller orientieren sich bereits daran.

Ein Schritt in die Zukunft könnten Solarspeicher sein, die in den Wechselrichter der Solaranlage integriert werden. Erste Modelle gibt es schon. „Sie sind kleiner, günstiger und damit wirtschaftlicher“, sagt der Experte. Allerdings liefern sie nicht wie die großen Speicher bis zu 80 Prozent, sondern nur bis zu 60 Prozent des Solarstroms für den Eigenverbrauch.

Die Energie vom Dach lässt sich aber auch auf andere Weise zeitversetzt im Haus nutzen. „Es gibt auch die Möglichkeit, die Photovoltaikanlage mit einer Warmwasser- Wärmepumpe zu verbinden“, fügt Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima an. Der Solarstrom betreibt eine Wärmepumpe mit Warmwasserspeicher. „Das Wasser reicht zum Duschen und Baden am Abend und am nächsten Tag. Oder es kann mit zum Heizen verwendet werden.“

Ob als Strom oder warmes Wasser gespeichert – Ziel ist es, die Energie der Sonne möglichst vollständig auszunutzen und zeitlich unabhängiger zu werden.