Ran an den Winter-Dienst

Eiszapfen am Dach können sich leicht lösen und stellen eine Verletzungsgefahr
dar.
Eiszapfen am Dach können sich leicht lösen und stellen eine Verletzungsgefahr dar.
Foto: FOTO: DJD

Spitze Eiszapfen, die sich vom Rand des Daches lösen, spiegelglatte oder zugeschneite Gehwege, herabstürzende Dachlawinen – der Winter kann viele Gefahren für Hausbewohner, Passanten und parkende Autos bereithalten. Und immer wieder gibt es zur kalten Jahreszeit Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern, wer sich um den Winterdienst zu kümmern hat.

„Zuerst einmal sind die Gemeinden für das Räumen und Streuen von Gehwegen und Straßen zuständig. Diese Aufgaben können aber durch Satzung dem Grundstückseigentümer auferlegt werden“, erklärt Jörn-Peter Jürgens vom Interessenverband Mieterschutz e.V.

Dann ist zunächst einmal der Vermieter verantwortlich dafür, dass kein Schnee und Eis vom Dach fällt und die Wege begehbar sind, damit Personen oder Gegenstände nicht zu Schaden kommen. In Bayern besteht sogar die Pflicht zur Anbringung von Fanggittern.

[kein Linktext vorhanden] Der Vermieter kann aber Teile des üblichen Winterdiensts wie Schneeschippen, Streuen und das Entfernen von Eiszapfen auf den Mieter übertragen. „Das muss jedoch im Mietvertrag detailliert schriftlich festgelegt sein“, betont Jörn-Peter Jürgens.

In diesem Fall muss der Mieter allerdings Folge leisten und kann bei Versäumnissen rechtlich belangt werden. „Selbst wenn er verhindert ist, weil er beispielsweise im Urlaub ist, hat er die Pflicht, für Ersatz zu sorgen“, so der Mietrecht-Experte.

Solche Regelungen sind besonders in ländlichen Gebieten und kleineren Orten an der Tagesordnung, während in Großstädten häufiger Serviceunternehmen diese Dienste übernehmen – die Kosten werden in der Regel auf die Betriebskosten des Hauses umgelegt. Wer sich bezüglich seiner Verpflichtungen laut Mietvertrag unsicher ist, sollte sich von örtlichen Mietervereinen beraten lassen.