"Guckloch reicht nicht" - Was Sie im Winter wissen müssen

Kommen Sie sicher durch den Winter! Olivia eineinhalb Jahre liegt nach einem Missgeschick mit ihrem Schlitten im Schnee.
Kommen Sie sicher durch den Winter! Olivia eineinhalb Jahre liegt nach einem Missgeschick mit ihrem Schlitten im Schnee.
Foto: Foto: Oliver Müller / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wer muss denn nun Schnee schippen? Und wer haftet, wenn ich's nicht getan hab und jemand sich das Bein bricht? Warum Lüften auch bei frostiger Luft wichtig ist und was dem Auto und seinem Fahrer im Winter gut tut, steht in unseren Überlebens-Tipps für einen echten Winter mit Schnee und Eis.

Essen.. Wer hätte das gedacht? Der Winter hat seine Frühlingsverkleidung ablegt und macht doch noch mal auf kalte Jahreszeit. Das finden viele angemessen, andere sind genervt. Richtig dran gewöhnt sind die wenigsten. Wer die kalten, verschneiten Tage gut überstehen will, bekommt hier Winter-Überlebenstipps.

Wer muss den Gehweg vom Schnee befreien?

Grundsätzlich liegt die Räum- und Streupflicht der Bürgersteige bei den Städten und Kommunen, sagt Markus Schäpe, Jurist beim ADAC. Viele Gemeinden haben die Verantwortung allerdings auf die Hauseigentümer übertragen und dies in eigenen Satzungen geregelt.

Diese Satzungen können von Stadt zu Stadt unterschiedlich sein, beinhalten im Kern jedoch die gleichen Regeln und Zeiten für Räumarbeiten, sagt Schäpe. Meist müssen Gehwege werktags ab 7 Uhr, sonn- und feiertags ab 9 Uhr geräumt sein und bis 20 Uhr freigehalten werden.

Schneit es also den ganzen Tag oder bildet sich erneut Eis, muss neu geräumt und gestreut werden. „Diese Pflicht können Vermieter durch eine entsprechende Klausel im Mietvertrag oder durch die Hausordnung auf ihre Mieter und Pächter übertragen“, sagt Schäpe. In diesem Fall seien die Mieter für die Beseitigung von Schnee und Eis verantwortlich und könnten gegebenenfalls auch in Haftung genommen werden.

Wer haftet, wenn Menschen sich verletzen?

Gefahr für Fußgänger lauert nicht nur am Boden - auch von oben kann einiges kommen. So können nach starkem Schneefall Dachlawinen von Häusern stürzen. Bei Tauwetter können Eiszapfen herabfallen, die wie die Lawinen Menschen verletzen können. „Auch in diesen Fällen können Hausbesitzer oder Mieter für Schäden haftbar gemacht werden“, sagt Markus Schäpe.

Allerdings könne niemand verlangen, dass die Verantwortlichen auf steile Dächer klettern, um dort Schnee zu räumen. Sei eine Räumung daher nicht möglich, müssten wenigstens für Passanten gut sichtbar angebrachte Warnschilder oder eine Absperrung auf die Gefahr aufmerksam machen. Beachte ein Fußgänger diese Hinweise nicht, würde ihm im Schadensfall mindestens eine Mitschuld angerechnet - oder er bleibe allein auf seinem Schaden sitzen bleiben, erläutert der Jurist die Rechtslage.

Eigentümer müssen Schadenersatz zahlen

Auch wenn sie die Räum- und Streupflicht an Mieter oder Dienstleister übertragen, sind Haus- und Wohnungseigentümer für sichere Wege auf und vor ihrem Grundstück verantwortlich. Darauf weist der Verbraucherschutzverein "wohnen im eigentum" hin. Schilder wie „Privatweg, Betreten verboten“ schützen danach nicht vor Haftung.

Kommt jemand zu Schaden, weil die Regeln nicht beachtet wurden, sind die Eigentümer schadenersatzpflichtig. Räumen die Eigentümer nicht selbst bei Schnee und Glätte, müssen sie zumindest regelmäßig kontrollieren, ob der Winterdienst ordentlich ausgeführt wird. Wenn nicht, müssen sie für Abhilfe sorgen.

Wann darf man Streusalz verwenden?

Der Einsatz von Streusalz gegen Schnee- oder Eisglätte ist sehr umstritten. Wegen der Belastung für Pflanzen und Tiere haben die meisten Städte ihren Bürgern das Streuen mit Salz sogar untersagt, nur in Ausnahmefällen ist es gestattet, etwa bei Eisregen oder an besonders gefährlichen Stellen wie Treppen oder Rampen. Wer seine Einfahrt mit Salz streut, ohne dass eine solche Ausnahme vorliegt, riskiert vielerorts ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro.

Trotzdem verkauft sich Streusalz gut. Nicht nur Baumärkte merken das, inzwischen gehört das Salz auch bei vielen Supermärkte zum Sortiment. Umweltschützer warnen allerdings ausdrücklich davor, es zu verwenden: Das Salz sickere in den Boden ein und schädige die Bodenstruktur und damit auch Bäume und Sträucher. Holger Sticht, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND, rät deshalb, auf Gehwegen, die an Bäumen oder Hecken liegen, auf den Einsatz von Salz zu verzichten. „Es gibt Pflanzenarten, die mit so viel Salz klarkommen“, sagt der Umweltschützer, diese kämen aber nicht im Binnenland, sondern nur an der Küste vor.

Ob Granulat, Sand oder Split - keine der Salz-Alternativen kann allerdings das, was Salz kann: das Eis tatsächlich zum Schmelzen bringen. Stattdessen sorgen sie dafür, dass Eis-Oberfläche nicht mehr ganz so rutschig ist. Die Alternativen machen aber auch mehr Arbeit: Während das Salz zusammen mit dem Tauwasser in der Kanalisation verschwindet, müssen Sand oder Granulat aufgekehrt werden, wenn Schnee und Eis verschwunden sind.

So gehen Sie sicherer auf Schnee und Eis

Nicht nur Ältere fühlen sich auf Schnee und Eis unsicher. Wer ein wenig mehr Halt vertragen könnte, sollte die Füße Gehen eher nach außen drehen. Dadurch bekomme der Körper eine stabilere Unterstützungsfläche, sagt Prof. Nadja Schott vom Lehrstuhl für Kognition und Motorik an der Universität Stuttgart. Und rät: Kleinere Schritte sind sicherer. Wenn es sehr glatt ist, sollten Senioren am besten dicht an einer Hauswand entlang gehen. Wer ausrutscht, kann sich so besser abfangen.

Wer ins Straucheln gerät, sollte versuchen, die Unterarme vors Gesicht zu nehmen und die Hände auszustrecken. So wird bei einem Sturz der Kopf geschützt. Wer nach hinten kippt, kann das Kinn aufs Brustbein ziehen und einen runden Rücken machen. Das kann einen Aufprall etwas mildern. Außerdem wichtig: „Beim Fallen alles loslassen, was man in den Händen hält“, empfiehlt Schott.

Hunde-Pfötchen vor Streusalz schützen

Hundehalter sollten im Winter darauf achten, dass sie beim Gassi-Gehen mit Salz gestreute Straßen meiden. Denn das Salz reize die Pfoten der Tiere und führe häufig sogar zu Entzündungen, warnt die Tierschutzorganisation Peta.

In der Stadt lässt es sich jedoch häufig nicht vermeiden, auch Straßen zu benutzen, auf denen Salz gestreut wurde. In diesem Fall hilft es den Tieren, wenn ihre Pfoten vor dem Gassi-Gehen mit Vaseline eingeschmiert werden. Denn das Fett schütze die Haut vor dem aggressiven Salz. Nach dem Spaziergang sollten die Pfoten kurz mit warmem Wasser abgewaschen werden.

Hausbesitzer dürfen beim Streuen auf Nachbarn vertrauen

Hat ein Hausbesitzer vor seiner Abfahrt mit einem Nachbarn vereinbart, dass dieser bei Eisglätte auch den Gehweg vor seinem Grundstück streut, muss er bei einem unerwarteten Wintereinbruch nicht den Urlaub unterbrechen, um die Einhaltung der Vereinbarung vor Ort zu kontrollieren. Das gilt jedenfalls dann nicht, wenn der Nachbar diese Aufgabe jahrelang zuverlässig erledigt hat. Auf ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts Schleswig-Holstein weist die Deutsche Anwaltshotline hin.

In dem Fall war eine Frau bei Glatteis vor einem Haus zu Fall gekommen und verlangte deshalb Schadenersatz und Schmerzensgeld vom Eigentümer des angrenzenden Grundstücks. Dieser war zum Zeitpunkt des Unfalls im Urlaub und hatte seinen Nachbarn mit dem Streuen beauftragt.

Das Gericht befand, dass dem abwesenden Grundstückseigentümer keine unterlassenen Schutzvorkehrungen vorzuwerfen seien. Wenn sich über Jahre hinweg keinerlei Hinweise auf Nachlässigkeiten des Nachbarn ergeben hätten, könne der Verreiste auf dessen Zuverlässigkeit vertrauen. (Aktenzeichen: Oberlandesgerichts Schleswig-Holstein 11 U 137/11)

Sicher Radfahren bei Schnee und Eis

Nicht nur bei Schnee gilt: Damit Radler bei Dunkelheit sehen und rechtzeitig gesehen werden, ist eine funktionierende Beleuchtung lebenswichtig. Der vordere Scheinwerfer und das Rücklicht müssen zusammen eingeschaltet werden können. Wichtig sind auch je zwei Speichenreflektoren oder ringförmig zusammenhängende, reflektierende weiße Streifen an Reifen oder Speichen.

Straßen aus Kopfsteinpflaster, eiserne Kanaldeckel, Fahrbahnabschnitte mit festgefahrener Schneedecke und Brückenbereiche mit überfrierender Nässe stellen für Radfahrer eine besondere Rutschgefahr dar. Beim Bremsen sollte man vorsichtig mit der Dosierung der vorderen Bremse sein. Besser ist es, mehr die hintere Bremse zu benutzen.

Auch für Fahrräder gibt es Winterreifen

Wie fürs Auto gibt es auch Winterreifen für Fahrräder. Für einen guten Grip ist ein gutes Profil der Reifen notwendig. Wird der Luftdruck bis auf den Mindestdruck abgelassen, bekommen die Reifen auf der verschneiten Fahrbahn mehr Angriffsfläche.

Damit man mit beiden Füßen schnell den Boden erreichen und dadurch einer Gefahrsituation ausweichen können, sollte man den Fahrradsattel etwas tiefer stellen.

Um im Straßenverkehr aufzufallen und frühzeitig von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden, ist richtige Bekleidung nötig. Empfohlen werden helle Farbtöne und Reflektorbänder, die man sich etwa um die Hosenbeine bindet, um besser bemerkt zu werden.

Wie groß muss das Guck-Loch in der vereisten Windschutzscheibe sein?

Laut Straßenverkehrsordnung muss die Sicht aus dem Auto vollständig möglich sein. Das heißt: „Ein Guckloch reicht nicht aus. Ansonsten drohen Verwarngelder oder im Falle eines Unfalls Probleme mit der Versicherung“, erklärt Hans-Ulrich Sander, Verkehrsexperte bei TÜV Rheinland.

Auch die anderen Flächen des Fahrzeugs wie Motorhaube, Dach und Kofferraum müssen vor der Fahrt vollständig von Eis und Schnee befreit sein. Der Grund: Abfliegender Schnee oder Eis kann eine große Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellen.

Autofahrern, die keine Garage zur Verfügung haben und dem Eiskratzen entgehen möchten, empfiehlt Sander, die Windschutzscheibe mit einer Aluminium-Abdeckung vor Frost zu schützen. Wer es bequemer haben möchte, setzt auf Fahrzeuge mit Standheizung: Die hilft dabei, die Scheiben abzutauen, erwärmt den Innenraum und gegebenenfalls den Motor. „Den Motor warmlaufen zu lassen ist tabu und verboten“, erklärt Sander.

Warum die Klima-Anlage im Auto auch im Winter hilft

Im Winter muss im Scheibenwischwasser zudem ein Frostschutzmittel auf Alkoholbasis in ausreichender Menge vorhanden sein. Nachdem Frostschutz eingefüllt wurde, sollte die Förderpumpe gleich betätigt werden. So gelangt die kältefeste Mischung sofort bis in die Düsen. Und wer die Scheibenwischer abends abklappt, verhindert, dass sie über Nacht festfrieren.

Wischerblätter sollten jährlich erneuert werden. Experten raten außerdem, angefrorene Wischer auf keinen Fall loszubrechen. Besser: Eine halbe Stunde vor der Abfahrt eine Wärmflasche auf das Armaturenbrett legen. Dadurch erwärme sich die Scheibe so, dass auch die Atemluft nicht mehr gefrieren kann

Bei beschlagenen Scheiben hilft die Klima-Anlage

Sollten die Scheiben beschlagen, kann es sinnvoll sein, Heizung und Klimaanlage gleichzeitig zu betreiben, erinnert die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ): Dadurch werde die Innenraumluft wirksam entfeuchtet.

Damit sich die Türen des Autos sich problemlos öffnen lassen, empfiehlt Sander, die Dichtungsgummis mit Talkum, Silikon oder Glycerin am Festfrieren zu hindern. Die Türschlösser können auch mit Graphitspray konserviert werden – es schützt das feine Innenleben der Schlösser vor Vereisung.

Beim Autowaschen sollten die Schlösser vorsorglich mit Klebeband abgedichtet werden. Sollte bei strengem Frost dennoch mal nichts mehr gehen, hilft Schloss-Enteiser – aber nur, wenn er in der Jackentasche steckt und nicht im Auto.

Sind Winterreifen wirklich nötig?

Kraftfahrzeuge müssen bei Glatteis, Schnee oder Reifglätte mit Winterreifen ausgerüstet sein. Aber schon niedrige Temperaturen ohne Niederschlag haben spürbare Auswirkungen auf die Fahrsicherheit, erinnert die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Der Grund: Die Gummimischung von Sommerreifen verhärte bei Kälte, die Haftung auf der Fahrbahn werde vermindert.

Wenn der Winter richtig seine kalte Schulter zeigt, komme das ausgeprägte Profil der Winterreifen erst recht zur Geltung: Auf schneebedeckter Fahrbahn verzahnt es besser als das der Sommerreifen. Ein Test habe gezeigt, dass ein Auto bei Tempo 80 mit Sommerreifen auf verschneiter Straße nach 112 Metern zum Stehen kommt, eines mit Winterreifen bereits nach 70 Metern. Fachleute empfehlen, die Profilstärke regelmäßig nachzumessen und spätestens bei vier Millimetern neue Reifen zu kaufen.

Ganzjahresreifen stellen laut GTÜ in einigen Fällen einen akzeptablen Kompromiss dar. Gerade für nicht allzu üppig motorisierte Fahrzeuge, die in flacheren Regionen unterwegs sind – wo also nicht oft mit Tiefschnee zu rechnen ist.

Vorsicht vor herabstürzenden Eisplatten - Viel Abstand zu Lkw halten

An kalten oder schneereichen Wintertagen halten Autofahrer besser extra viel Abstand zu Lastwagen. Auf Lkw-Planen können sich schnell größere Mengen Eis und Schnee sammeln und während der Fahrt plötzlich herunterrutschen, warnt der TÜV Rheinland. Abfliegender Schnee könne dem nachfolgenden Verkehr die Sicht nehmen. Eisbrocken drohten, andere Autos zu beschädigen oder deren Fahrer zu gefährlichen Ausweichmanövern zu zwingen.

Eigentlich dürfte es dazu erst gar nicht kommen: Lkw-Fahrer sind verpflichtet, ihren Laster vor jeder Fahrt von Schnee und Eis zu befreien, betont der TÜV Rheinland.

Warum Wohnungen im Winter mindestens 17 Grad warm sein sollten

Unzureichendes Heizen schadet der Bausubstanz und kann zu teuren Folgeschäden führen. In Wohnräumen sollte es deshalb im Winter mindestens 17 Grad Celsius warm sein, rät der Verband Privater Bauherren (VPB).

Die Bausachverständigen warnen davor, die Heizung nachts abzustellen. Das Aufheizen des Hauses dauere am Morgen umso länger. Außerdem sinke bei abgestellter Heizung die Temperatur im Keller und im ungedämmten Dachgeschoss stark ab, was zu Beschädigungen an ungeschützten Wasserleitungen führen könne.

Stehe das Haus in der Ferienzeit vorübergehend leer, sollten die Thermostate auf 16 Grad eingestellt sein. Die Fenster sollten geschlossen und die Wasserleitungen abgestellt und entleert sein.

Warum Lüften auch bei Frost wichtig ist

Ebenso wichtig wie das Heizen ist auch das Lüften im Winter. Selbst an extrem eisigen Tagen müsse Frischluft ins Haus, damit alte, feuchte Luft entweichen könne, erläutern die VPB-Experten. Sonst drohten Feuchte- und Schimmelschäden.

Wer falsch lüftet, verschwendet Heizenergie und wirft damit Geld aus dem Fenster. An kalten Tagen reiche es, alle zwei Stunden für fünf bis zehn Minuten die Fenster zu öffnen, erläutert die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Das mache pro Tag etwa 20 Cent Energiekosten aus, die dauerhafte Kippstellung des Fensters koste 80 Cent. Außerdem kühlen bei kurzem Stoßlüften die Wände nicht aus und wärmen sich daher hinterher schnell wieder auf.

Grundsätzlich reicht es zur Schimmelvorbeugung, kürzer zu lüften, wenn es draußen kälter ist. Denn kalte Außenluft könne mehr Wasser aufnehmen als warme - sie entzieht dem Raum also die für Schimmel verantwortliche Feuchtigkeit besser. Die Verbraucherzentrale rechnet vor: Bei 0 Grad Außentemperatur enthält die Luft maximal 4,4 Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter - selbst bei Regen. Wird die Luft im Wohnraum auf 20 Grad erwärmt, kann sie bis zu 17,3 Gramm Feuchtigkeit aufnehmen. Beim Lüften kann die Luftfeuchtigkeit also um bis zu rund 13 Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter sinken.

So verhindern Sie Frostschäden an Wasserleitungen

Hausbesitzer sollten im Winter darauf achten, dass alle Räume im Haus ausreichend beheizt werden. Andernfalls drohen Frostschäden an Wasserleitungen, warnt das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) in Kiel. Besonders gefährdet seien wenig genutzte Räume wie Dachböden oder Kellerräume. Sie sollten durch die Räume darunter oder darüber ausreichend mitgeheizt werden.

Falls ein Gebäude länger nicht genutzt wird, sollte sichergestellt sein, dass es während der Frostperiode regelmäßig kontrolliert wird. Die Abstände zwischen den Kontrollen sollten so gewählt werden, dass kein Frostschaden eintreten könne.

Für normal gedämmte Gebäude dienen laut IFS folgende Richtwerte zur Orientierung: Bei leichtem Frost (minus zwei bis minus fünf Grad) sollte die Kontrolle alle drei Tage erfolgen. Bei mäßigem Frost (minus fünf bis minus zehn Grad) alle zwei Tage und bei strengem Frost (unter minus zehn Grad ) täglich.

Gegen Schneepilz Laub vom Rasen aufsammeln

Fehlendes Licht und Sauerstoffmangel können dem Rasen unter einer Schneedecke zusetzen. Stellenweise kann er faulen. Dagegen lässt sich im Winter allerdings noch nichts machen, wie Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin-Dahlem erläutert. „Im Frühjahr müssen die Stellen abgeharkt werden. Anschließend wird neu ausgesät.“

An schnee- und frostfreien Wintertagen können Hobbygärtner allerdings die letzten Blätter, die die Bäume und Sträucher noch abgeworfen haben, aufsammeln. Denn bleiben sie liegen, faulen sie. Schließt dann der Schnee das Laub auf der Rasenfläche ein, kann das die Gräser zusätzlich schädigen.

Kernobstbäume nicht an kalten Tagen bearbeiten

Frostfreie Tage sind ideal, um Bäume mit Kernobst wie Apfel oder Birne zu schneiden. Weg sollten Äste, die steil nach oben oder nach innen wachsen, rät der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer in Bonn. Äste, die einige Jahre lang Früchte getragen haben, sollten ebenfalls geschnitten werden. Denn an jungen Zweigen sei das Obst hochwertiger.

Besonders die Baumspitze sollte ausgelichtet werden, dort sei das Wachstum besonders stark, erläutert der Provinzialverband. Außerdem gelange nach einem Schnitt in der oberen Region wieder genügend Sonnenlicht in den unteren Teil der Baumkrone, und die Früchte reifen besser. Außerdem zirkuliere die Luft besser, was Pilzkrankheiten an Blättern und Früchten vorbeugt.

An kälteren Tagen sollten die Bäume nicht bearbeitet werden. Denn es entstehen schlimmere offene Wunden am Stamm und den Ästen, da das Holz bei Temperaturen unter sechs Grad brüchig wird. Gar nicht geschnitten werden sollten in dieser Zeit Steinobstbäume wie Pflaume oder Kirsche. Sie ruhen von Oktober bis Februar. Pfirsich und Aprikose werden am besten während der Blütezeit in Form gebracht.

Anhaltender Frost kann Handys schädigen

Das Mobiltelefon sollte im Winter immer an einem möglichst warmen Ort aufbewahrt werden. Gut geeignet dafür ist zum Beispiel die Innentasche der Jacke oder ein anderer Ort nah am Körper, erläutert der IT-Verband Bitkom. Denn Minustemperaturen können der empfindlichen Elektronik von Handys und Smartphones Probleme bereiten: So sinkt bei Kälte zum Beispiel die Akkuleistung, Touchscreens reagieren nur langsam.

Bei anhaltendem Frost können die Displays der Geräte sogar bleibenden Schaden davontragen. Gefährlich sind auch abrupte Temperaturveränderungen: Durch sie kann Kondenswasser im Telefongehäuse entstehen.
Wer im Winter viel draußen unterwegs und auf ein funktionierendes Handy angewiesen ist, kann sich nach einem sogenannten Outdoor-Smartphone umsehen. Diese robusten Geräte haben eine wasserfeste Hülle, auch Staub und Stürze machen ihnen meist wenig aus. Dadurch sind sie den Angaben nach besser vor Kälte geschützt. In der Regel kosten die Outdoor-Smartphones nicht mehr als herkömmliche Modelle, sind dafür aber oft nicht ganz so gut ausgestattet.

Kamera im Winter erst abkühlen lassen

Wer bei großer Kälte fotografieren will, muss der Kamera vorher ein wenig Zeit zum Abkühlen geben. Wird die Kamera aus der warmen Wohnung draußen sofort zum Einsatz gebracht, können Schneeflocken darauf erst schmelzen und dann festfrieren. Darauf weist der Photoindustrie-Verband hin. Die dabei entstehende Eiskruste lässt sich oft nur schwer wieder entfernen.

Selbst bei einer abgekühlten Kamera kann bei Minusgraden aber trotzdem die Linse vereisen. In solchen Fällen helfe es, die Eisschicht kurz anzuhauchen und dann mit einem speziellen Reinigungstuch für Objektive zu entfernen. Hobbyfotografen sollten im Winter außerdem immer einen Ersatzakku oder zusätzliche Batterien im Gepäck haben: Bei großer Kälte geben die Energiespender schneller den Geist auf.

Bei Schneefall oder Regen können Flocken und Tropfen auf dem Objektiv landen und so unscharfe Winterbilder produzieren. Dagegen hilft zum Beispiel eine sogenannte Gegenlichtblende, die das Wasser fernhält. Gegen heftigen Niederschlag hilft ein Unterwassergehäuse, das eigentlich zum Fotografieren bei Tauchgängen gedacht ist.

So passen die Handschuhe wie angegossen

Bei der Auswahl von Handschuhen die richtige Größe zu treffen, ist manchmal nicht einfach. Wer sichergehen will, misst vorher nach. Dabei zählt allerdings nicht in erster Linie die Länge der Finger, sondern der Umfang der Hand. Das Maßband sollte an der breitesten Stelle der Hand einmal herumgelegt werden, der Daumen bleibt draußen. Wer sehr lange Finger hat, sollte Strickhandschuhe nehmen: Sie geben nach und können sich der Hand anpassen. Alternativ könnte man auf Fäustlinge zurückgreifen.

Damenhandschuhe werden in der Regel in den Größen 6,5 bis 8 angeboten, erläutert Sonja Grau. Das entspricht 18 bis 22 Zentimeter Umfang. Herren haben im Schnitt die Handschuhgröße 8 bis 10, was 22 bis 27 Zentimetern auf dem Maßband bedeutet. Entsprechende Tabellen gibt es im Internet.

Schnee genießen – etwa beim Schneeschuhwandern im Sauerland

Mit Schneeschuhen können Wanderfreunde ihrem Hobby auch im Tiefschnee frönen. Die großflächigen Unterlagen verteilen das Gewicht des Wanderers, die Füße sinken weniger ein. Das machten sich schon die Indianer Nordamerikas zunutze. Schneeschuhwandern kann man hervorragend im Sauerland rund um Bad Berleburg. „Ruhe und Einsamkeit“ verspricht Wanderführerin Heidi Dickel.

In den Wäldern kreuzen Schneeschuhwanderer hier den Skulpturenweg nach Schmallenberg. International bekannte Künstler haben am Wegesrand Kunstwerke geschaffen. Interessierte müssen nur feste knöchelhohe Schuhe, eine Skihose oder Gamaschen sowie Wander- oder Skistöcke mitbringen. Bei entsprechenden Schneeverhältnissen ist freitags um 14 Uhr Treffpunkt am Landhaus Wittgenstein. (dpa/dapd/boro/dor)