Windows 8 endlich zum Anfassen - aktuelle Ultrabooks im Test

Unsere Testkandidaten: Die Ultrabooks Dell XPS 12, Toshiba Satellite U920t, Acer Aspire S7 und Lenovo Ideapad Yoga 13 (v.li.).
Unsere Testkandidaten: Die Ultrabooks Dell XPS 12, Toshiba Satellite U920t, Acer Aspire S7 und Lenovo Ideapad Yoga 13 (v.li.).
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wir haben aktuelle Ultrabooks zu einem Test in die Redaktion gebeten. Die Verwandlungskünstler kommen mit dem neuesten Microsoft-Betriebssystem und berührungsempfindlichen Bildschirmen. So viel Technik ist nicht ganz billig: Die Testgeräte bewegen sich zwischen 1000 und 1600 Euro.

Essen.. Wir haben vier aktuelle Laptops mit Windows 8 getestet. Drei Geräte sind mobiler Computer und Tablet-PC in einem. Und das Modell von Acer überzeugt durch seine hochwertige Verarbeitung.

Acer Aspire S7 - stabil und mit dem wohl besten Bildschirm

So viel vorweg: Acers Topmodell lässt sich nicht verkehrt herum aufstellen, der Bildschirm nicht herumdrehen, sodass das Gerät wie ein Tablet nutzbar ist. Und doch ist das Aspire S7 einen Blick wert: Weil sein Gehäuse aus Magnesium einen äußerst stabilen Eindruck macht, weil das Gerät insgesamt ordentlich verarbeitet ist, weil es mit dem wohl besten Bildschirm aller Geräte in unserem Test ausgestattet ist. Satte Kontraste, ordentliche Ausleuchtung, geringe Blickwinkelabhängigkeit und ein sehr genauer 13,3 Zoll großer Touch-Screen sind die Vorteile des Ultrabooks. Die Tastatur ist hintergrundbeleuchtet. Das macht das Arbeiten vor allem in dunkleren Räumen sehr komfortabel.

Auch die technische Ausstattung unseres Testgeräts kann sich sehen lassen: Der Intel-i7-Prozessor taktet mit 2,4 Gigahertz, die Festplatte, eine SSD, ist 256 Gigabyte groß. Allenfalls die vier Gigabyte Arbeitsspeicher können schnell an ihre Grenzen stoßen.

Related content Die sehr gute Gesamtanmutung wird durch die an einigen Stellen scharfen Kanten geschmälert. Weitere Nachteile: Aufgrund der geringen Bauhöhe des Gehäuses hat Acer auf einen Netzwerk-Anschluss (Ethernet) verzichtet, auch einen VGA-Anschluss sucht man vergeblich. Externe Monitore werden per Micro-HDMI-Schnittstelle angeschlossen, ins Netzwerk wählt sich das Acer per W-Lan ein.

Mit einem mittleren Preis von 1500 Euro - je nach Prozessor und Speicherausstattung – gehört das Gerät zu den teuersten im Testfeld. Fürs gelegentliche Surfen ist das zu viel, Design-Fans werden am Aspire aber viel Gefallen finden.

Lenovo Ideapad Yoga 13 - gelenkig, aber nicht ganz überzeugend

Das Yoga des chinesischen Herstellers Lenovo verdankt seinen Namen seiner besonderen Gelenkigkeit. Der Bildschirm lässt sich mittels speziell entwickelter Scharniere um nahezu 180 Grad drehen, sodass er flach auf der Gehäuseunterseite aufliegt. Die Tastatur ist dann deaktiviert und das Yoga wird somit zu einem reinen Tablet-PC.

Leider vermag das Gerät abgesehen von der Variabilität nur bedingt zu überzeugen. Die Bildschirmauflösung ist mit 1600 mal 900 Pixeln ganz ordentlich, aber die Konkurrenz bietet in vielen Fällen schon Full-HD-Bildschirme mit 1920 mal 1080 Pixeln. Auch mehr Speicher als die verbauten 128 Gigabyte wären wünschenswert, denn im Auslieferungszustand sind davon nur circa 40 GB nutzbar.

Related content Eine Stärke des Yoga ist der Touchscreen, der besonders gut mit der Kacheloberfläche von Windows 8 harmoniert. Aber auch beim herkömmlichen Windows-Desktop funktioniert der Touchscreen so zuverlässig, dass der Griff zum Mauspad häufig überflüssig ist. Das ist auch gut so, denn das Mauspad ist sehr träge und teilweise ungenau. Ebenfalls nicht überzeugend ist der Oberflächen-Mix aus Alu, silbernem Plastik und einer lederähnlichen Gummierung. Der Gehäusedeckel ist äußerst anfällig für Fingerabdrücke. Der größte Kritikpunkt ist indes der nahezu ständig laufende Lüfter, der auch nicht unbedingt leise ist. Ein Fehler, der laut dem offiziellen Leonovo-Forum bei der Baureihe sehr verbreitet ist und das Arbeiten in ruhigen Umgebungen stark erschwert.

Mit dem Ideapad Yoga hat Lenovo einige gute Ideen verwirklicht. Aber für einen Preis von mindestens 1000 Euro für das Einstiegsmodell gibt es bessere Alternativen.

Toshiba Satellite U920t - Tablet und vollwertiges Notebook

Einfach nach vorne schieben und abknicken. Ja, was ein wenig klingt wie die Werbung für einen neuen Schokoriegel, ist der Clou des Toshiba Satellite U920t. Denn mit zwei Handgriffen verwandelt es sich vom Tablet-PC in ein vollwertiges Notebook mit Windows 8.

Auf den ersten Blick und in geschlossenem Zustand sieht das Toshiba Satellite aus wie ein etwas dick geratenes großes Tablet mit 12,5 Zoll großen Touchscreen. Eine gewisse Eleganz kann man ihm dennoch nicht absprechen. Schiebt man das Display dann nach oben, erscheinen hintergrundbeleuchtete Tastatur und ein kleines Touchpad, Und dann sieht das Gerät richtig gut aus. Bedienen übrigens lässt es sich in beiden Varianten einwandfrei.

Related content Leise und schnell ist es auch. Das liegt vor allem an der eingebauten SSD-Festplatte. Viel Platz ist darauf allerdings nicht. Weil SSD-Festplatten immer noch recht teuer sind, gibt es nur 128 Gigabyte. Das ist heutzutage nicht gerade viel.

Zumal zahlreiche Möglichkeiten bestehen, Daten zu übertragen. Für externes Zubehör gibt es zwei USB-3.0-Anschlüsse. Dank HDMI-Buchse lässt sich das Gerät an einen Fernseher oder großen Monitor anschließen. Bluetooth 4.0 und Kartenleser sorgen für schnelle Datentransfers. W-Lan gibt es auch, mit UMTS-Karte lässt sich das Satellite nicht betreiben. Was schade ist, denn von Gewicht (1,5 Kilogramm), Akkulaufzeit (rund 5 Stunden) und Griffigkeit her lässt sich das U920t durchaus auch unterwegs nutzen.

Dass das etwa 1000 Euro teure Satellite bei Computerspielen der jüngsten Generation wie die meisten Konkurrenten passen muss, war zu erwarten und wird die meisten Käufer wohl auch nicht stören. Anders als die Probleme des Displays bei zu viel Helligkeit. Scheint die Sonne, lässt sich mit dem Toshiba kaum arbeiten.

Dell XPS 12 - gut verarbeitet, aber teuer und nicht ganz leicht

Klein, handlich, stabil: Anderen Herstellern reicht das schon für einen Verkaufserfolg. Der Clou des XPS 12 aus dem Hause Dell liegt aber in seinem drehbaren Bildschirm. Das Display hängt in einem stabilen Rahmen und lässt sich darin um 180 Grad drehen. So wird aus dem Laptop mit nur einem Handgriff ein – wenn auch recht dicker und schwerer – Tablet-Computer.

Der Bildschirm ist ausreichend kontraststark, fällt mit 12,5 Zoll Diagonale aber kleiner aus als etwa beim Gerät von Acer. Auf Berührungen reagiert das Display schnell und recht genau. Nachteil: Es spiegelt stark. Gefallen hat uns am Dell auch die gummierte Unterseite des Gehäuses. So gerät das XPS 12 nicht unverhofft ins Rutschen, vor allem, wenn man es auf die Beine platziert.

Related content Auch das Ultrabook von Dell kommt mit hintergrundbeleuchteter Tastatur und einem schnellen i7-Prozessor von Intel, der mit zwei Gigahertz taktet. Die acht Gigabyte Arbeitsspeicher unseres Testgeräts sind ausreichend für die meisten Anwendungen. Auch das XPS 12 hat eine 256 Gigabyte große SSD-Festplatte. Weitere Geräte lassen sich per USB-3.0-Schnittstelle anschließen. Für externe Monitore steht ein sogenannter Display-Port zur Verfügung. Einen Kartenleser sucht man allerdings genauso vergeblich wie einen klassischen Netzwerkanschluss.

Mit rund 1500 Euro gehört das Dell XPS 12 zu den teureren Geräten im Testfeld. Dafür gibt es aber auch einen sehr wertigen und gut verarbeiteten, wandlungsfähigen Computer, der allerdings ein wenig leichter hätte ausfallen können.