Milliardenklage? Pharrell Williams hat Youtube satt

Youtube funktioniert auch als gigantische Jukebox. Aber Stars wie Pharrell Williams und die Eagles wollen ihre Songs jetzt aus der Rotation nehmen lassen. Ihre Musik soll von der Videoplattform verschwinden. Anderenfalls droht Youtube eine Klage - über eine Milliarde Dollar.

Pharrell Williams (41) ist auf Youtube eigentlich ein gefragter Mann: Mehr als 50 Millionen mal wurde zum Beispiel das Video zu seinem Hit "Happy" abgerufen - das ist gute Promo. Williams, und mit ihm einige andere Stars, haben die Plattform aber trotzdem so richtig satt: Der Musikmanager Irving Arzoff (67) will ihre Musik aus Youtube löschen lassen, wie "The Hollywood Reporter" berichtet. Notfalls auch mit juristischen Mitteln. Eine Klage über bis zu eine Milliarde Dollar sei denkbar, heißt es.

Arzoff vertritt dem Bericht zufolge 40 Musiker. Neben Williams etwa die Altrocker The Eagles ("Hotel California") und Chris Cornell (50), der mit den Bands Audioslave und Soundgarden Erfolge feierte. Auch die Rechte an den Songs John Lennons verwaltet Arzoff offenbar. Nun soll aber nicht länger die US-amerikanische Verwertungsgesellschaft ASCAP die Aufführungsrechte überwachen, sondern eine neue Gesellschaft des Managers. Und die hat Youtube dem Bericht zufolge das Hosten der Videos nicht erlaubt - vor allem nicht für den neuen Streaming-Dienst "Music Key", an dem Youtube kräftig plant.

Youtube sei "am wenigsten kooperativ und wird von unseren Klienten als der schlimmste Missetäter empfunden", erklärte Arzoff den Vorstoß. Die Debatte über niedrige Tantiemen für auf Streamingdiensten abgespielte Songs schwelt aber ohnehin seit einiger Zeit. Erst Anfang November hatte Popstar Taylor Swift (25, "Shake It Off") unabhängig von dem neuen Streit ihre Musik von Spotify entfernen lassen. Radiohead-Sänger Thom Yorke (46) prangert seit langem magere Spotify-Deals für weniger bekannte Musiker an.

Der Kampf zwischen Pharrell Williams und Co. und Googles Tochter Youtube könnte nun ein echter Showdown werden. Bislang zeige sich Google uneinsichtig, heißt es. Anwalt Howard King erklärte laut "Hollywood Reporter" in einem Brief, der Internetriese weigere sich unter anderem unter Verweis auf noch gültige Vereinbarungen mit dem bisherigen Rechteverwerter ASCAP, die Videos von der Seite zu nehmen. Auskunft etwa über die Dauer diese Regelungen wolle Google aber auch nicht geben. Werde der Konzern nicht reagieren, drohe ein "Milliarden-Dollar-Rechtsstreit", warnt King.

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