Kann ich bald mit Facebook sprechen?

Facebook setzt seine Shopping-Tour der letzten Jahre und Monate fort. Das soziale Netzwerk hat sich die Dienste von wit.ai gesichert, einem Start-up für Sprachsteuerung. Nun wird über die Absichten spekuliert.

Nicht alles, was sich Facebook-Boss Mark Zuckerberg so unter den Nagel reißt, verwandelt sich zu Gold - aber doch sehr vieles. Der Bilderdienst Instagram oder der Kurznachrichtendienst WhatsApp sind mittlerweile ein Vielfaches des damaligen Kaufpreises wert. Die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift, die Facebook kürzlich für zwei Milliarden Dollar übernahm, dürfte 2015 für Furore sorgen. Nun hat sich das soziale Netzwerk erneut ein Start-up gekrallt: wit.ai heißt das vor 18 Monaten gegründete und im kalifornischen Palo Alto ansässige Unternehmen für Spracherkennungs-Software. Im Vergleich zu den anderen Diensten dürfte die Firma zum Schnäppchenpreis den Besitzer gewechselt haben. Am Montag gab wit.ai den Deal bekannt. Nun fragen sich viele Experten: Was erhofft sich Facebook von dem Zukauf?

Fakt ist: Spracherkennung, wie etwa Apples Siri, liegt voll im Trend, steckt aber im Grunde noch in den Kinderschuhen und bietet Wachstumspotential. Als wahrscheinlich gilt, dass Facebook die Software in einem ersten Schritt für seinen mobilen Messenger nutzen wird. So könnte man beispielsweise beim Autofahren chatten oder Statusmeldungen posten, ohne die Finger benutzen zu müssen und den Blick von der Straße zu wenden. Eine Sprachsteuerung zu diesem Zweck wäre nicht nur für Facebook, sondern auch für die Firmen-Tochter WhatsApp interessant.

Wit.ai hat eine Technologie entwickelt, die eine Spracherkennung für Smartphones und Tablets, aber auch für Wearables, also zum Beispiel Smartwatch und Daten-Brille, sowie Internet gesteuerte Haushaltsgeräte liefert. Entwickler können die Software nutzen, um Spracherkennung in ihre Apps und Geräte zu integrieren.