Axel-Springer führt Bezahlmodell für "Bild"-Onlineausgabe ein

Der Axel-Springer-Verlag entschied sich dazu, dass Teile der Onlineausgabe der Bild nur gegen Bezahlung erhältlich sein sollen.
Der Axel-Springer-Verlag entschied sich dazu, dass Teile der Onlineausgabe der Bild nur gegen Bezahlung erhältlich sein sollen.
Foto: afp
Was wir bereits wissen
Künftig werden Teile der Onlineausgabe der "Bild"-Zeitung nur gegen Bezahlung aufzurufen sein. Kostenlose Inhalte sollen aber auch weiterhin angeboten werden. Bislang gab es auf dem Web-Portal der Zeitung nur teilweise eine Bezahlschranke bei der Nutzung mit dem Smartphone oder dem Tabletcomputer.

Berlin.. Die Internetausgabe der "Bild"-Zeitung wird künftig teilweise kostenpflichtig. Deutschlands größte Boulevardzeitung wolle am Montag ein neues Bezahlmodell für bild.de vorstellen, sagte ein Sprecher des Axel-Springer-Verlages am Mittwoch in Berlin. Vorgesehen ist demnach ein Abonnementmodell, mit dem Nutzer für einen Teil der journalistischen Beiträge bezahlen sollen. Auf bild.de werde es künftig "kostenpflichtige und kostenlose Inhalte nebeneinander" geben, sagte der Sprecher.

Auch im Verlag ist das Bezahlmodell neu

Damit werde das Bezahlmodell für die Onlineausgabe der "Bild" anders gestaltet als jenes der Tageszeitung "Die Welt", die ebenfalls im Axel-Springer-Verlag erscheint, wie der Verlagssprecher sagte. Auf welt.de können Nutzer monatlich auf eine bestimmte Anzahl Artikel kostenlos zugreifen.

Verlage Das neue Bezahlmodell für bild.de habe Bedeutung für die ganze Tageszeitungsbranche, sagte der Verlagssprecher. "Wenn wir mit dem Modell erfolgreich sind, bedeutet das für die Tageszeitungsbranche, dass es auch online eine Chance gibt, neben den Anzeigenerlösen mit Vertriebserlösen Geld zu verdienen." Aufgrund der Reichweite nehme bild.de eine herausgehobene Stellung ein.

Suche nach Einnahmemöglichkeiten im Netz

Die Tageszeitungsbranche sucht seit Jahren nach Wegen, um im Internet neben dem Geschäft mit Onlinewerbung auch durch den Verkauf von Inhalten Geld zu verdienen.

Bislang führte in Deutschland und anderen Ländern eine ganze Reihe Verlage sogenannte Bezahlschranken ein, die Nutzern nur für eine bestimmte Anzahl von Artikeln pro Monat die kostenfreie Lektüre erlauben oder die den Zugriff auf bestimmte Artikel nur gegen Bezahlung ermöglichen.

Bezahlter Online-Inhalt als Antwort auf sinkende Print-Erlöse

Mit dem Verkauf von Onlineinhalten Geld zu verdienen, ist für die Branche deshalb entscheidend, weil die gedruckten und verkauften Auflagen der Zeitungen seit Jahren schrumpfen. Bei der Onlineausgabe der "Bild" gab es bislang teilweise eine Bezahlschranke bei der Nutzung vom Smartphone oder Tabletcomputer, auf einem klassischen Computer waren die gleichen Texte aber kostenlos abzurufen. (afp)