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Teures Olivenöl: Verbraucherschützer raten zum Hamstern

19.02.2016 | 06:46 Uhr
Teures Olivenöl: Verbraucherschützer raten zum Hamstern
In Spanien erschwert anhaltende Trockenheit die Olivenernte.Foto: imago/Peter Widmann

Berlin.  Trockenheit in Spanien und Bakterienbefall in Italien drücken die Ernten und treiben die Preise für das „flüssige Gold“ in die Höhe.

Der Ölpreis steigt. Der fürs Olivenöl. 2015 zahlten Europas Verbraucher für das „flüssige Gold“ fast 20 Prozent mehr als im Vorjahr, in Deutschland verteuerte es sich um 8,4 Prozent. Das ergab eine Studie des Marktforschungsunternehmens IRI Information Resources. Die Prognose: Der Preis wird weiter klettern. „Der deutsche Olivenölkunde sollte genau hinschauen und gegebenenfalls auf Vorrat kaufen“, rät die Verbraucherberatung.

Versorgung der Märkte „knapp gesichert“

Die Zeichen stehen auf Engpass. Der weltgrößte Olivenölproduzent Spanien erwartet 2016 nur eine mittelmäßige Ernte. „Mit dem Ertrag wird die Versorgung der Märkte knapp gesichert sein“, sagt der Präsident des Bauernverbandes ASAJA in der Provinz Córdoba, Ignacio Fernández de Mesa. Bleibe es bis zur Blütezeit der Olivenbäume im April oder Mai so trocken wie zuletzt, würden die Preise in die Höhe schießen.

Ganze Olivenhaine in Italien vernichtet

Italiens Olivenernte krankt an einem Bakterium. Es heißt Xylella und befällt landesweit Bäume. „Ganze Olivenhaine sind bereits vernichtet“, sagt Mike Seeger vom Versand „Olivenölkontor“. Hinzu kommt die Fliege Bactrocera oleae, deren Larven das Fruchtfleisch der Oliven fressen. Folge: die Produktion brach ein, die Preise stiegen. Hinzu kommt Betrug: Kriminelle Händler verkaufen minderwertiges Olivenöl als höchste Güteklasse „extra vergine“ oder geben importiertes Öl als original italienisches aus. Der Bauernverband Coldiretti warnt vor einer „Invasion“ minderwertiger Ware, vor allem aus Tunesien.

Italiener verfeinern Produkte mit griechischem Öl

Das alles könnte Griechenland helfen, der Nummer drei unter Europas Produzenten. „Doch dort drücken große Abnehmer die Preise von vornherein derart, dass vielen griechischen Olivenbauern die Qualität egal ist – sie bekommen ja eh kaum Geld für ihr Öl“, weiß Experte Seeger. Qualitativ hochwertige griechische Kleinstproduzenten verkaufen ihr Öl direkt nach Italien, weil sie Abfüllung, Verpackung und Export nicht bezahlen können. Die Italiener wiederum verfeinern mit diesem Öl ihre eigenen Produkte.

Verbraucherberatung empfiehlt Vorratskäufe

Was der deutsche Verbraucher beim Preis-Leistungs-Roulette machen sollte: „Erst Qualitätsinformationen sammeln, etwa bei Vergleichstests“, rät Silke Schwartau, Ernährungsexpertin von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Dann bei einem guten Produkt auf das Mindesthaltbarkeitsdatum schauen, weil Öl nicht mit der Zeit besser wird wie Wein. Und sich bei Bedarf mit einem größeren Einkauf bis zum nächsten Jahr eindecken.“ Es sei ja „gut möglich, dass die Preise 2017 wieder fallen“.

Klaus Brandt

Kommentare
20.02.2016
10:22
Teures Olivenöl: Verbraucherschützer raten zum Hamstern
von Dortmund4Life | #9

"Die Italiener wiederum verfeinern mit diesem Öl ihre eigenen Produkte."

Oder anders gesagt: Die Italiener strecken das gute griechische Öl mit...
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Teures Olivenöl: Verbraucherschützer raten zum Hamstern
Teures Olivenöl: Verbraucherschützer raten zum Hamstern
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2016-02-19 06:46
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