Bewerbungsfoto mit Bügelbrett - die größten Bewerber-Pannen

Mancher Bewerbungspatzer kann ganz schön peinlich werden.
Mancher Bewerbungspatzer kann ganz schön peinlich werden.
Foto: Thinkstock
Was wir bereits wissen
Eigentlich sollte der gesunde Menschenverstand völlig ausreichen, um eine anständige Bewerbung zu schreiben. Eigentlich. Denn manch ein Bewerber verhält sich bei seiner Bewerbung, als ob er alles tun würde um den ausgeschriebenen Job nicht zu bekommen. Das fängt schon beim Anschreiben an.

Essen.. Mehr Geld, bessere Arbeitszeiten, interessantere Aufgaben. Ein neuer Job kann viele Vorteile haben. Doch der Weg dorthin ist meist ziemlich beschwerlich und führt fast immer über lästige Bewerbungsverfahren. Und wie beim Fußball oder Tennis gilt es auch hier, gewisse Regeln zu beachten. Das gelingt Bewerbern aber nicht immer. Manche scheitern sogar kläglich. Wir haben einige der schlimmsten Bewerbungspannen aufgeschrieben:

Angeben mit Brecht, Tucholsky und Goethe

Bewerber sollen sich schon im Anschreiben interessant darstellen. So wecken sie das Interesse von Firmen und erhöhen die Chancen, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. Das heißt aber nicht, dass Kandidaten sich Fähigkeiten ausdenken sollten. "Häufig schreiben Bewerber, sie würden verhandlungssicher Englisch sprechen. Ob das stimmt, finde ich aber schnell raus. Und dann kann es peinlich werden", sagt Eva Wilmsmann, Ausbildungstrainerin bei der IHK Essen.

Jobs Auch schlimm: falsche Hobbys nennen. "Wer Lesen als Hobby angibt, sollte sich auch wirklich auskennen. Auch hier können Personaler einfach nachfragen. Oft bekomme ich von solchen Bewerbern dann zu hören, dass sie besonders gerne Brecht, Tucholsky oder Goethe lesen. Das ist nicht wirklich glaubwürdig", sagt Wilmsmann.

Das Zwei-Satz-Anschreiben

Das Anschreiben ist mit Sicherheit nicht der wichtigste Teil der Bewerbung. Oft wird es von Personalern sogar kaum beachtet und direkt zur Seite gelegt. Trotzdem: ein bisschen Mühe sollten Bewerber sich schon geben. Doch manche Kandidaten fassen sich laut Eva Wilmsmann in ihrem Anschreiben etwas zu kurz. Dort stehe dann: "Sehr geehrter Herr XYZ, alles weitere finden Sie im Lebenslauf." Wilmsmann stellt klar: "Zwei Sätze sind noch kein Anschreiben."

Bewerbungsfoto mit Bügelbrett

"Das Foto ist unglaublich wichtig", sagt Jürgen Hesse, Autor des Buches "Das große Bewerbungshandbuch". Mit einem guten Foto könne der Bewerber reichlich Sympathiepunkte sammeln. Doch in der Praxis geben sich viele Kandidaten kaum Mühe. "Es kommt immer noch vor, dass Leute sich mit Urlaubsfotos bewerben. Aber das geht gar nicht", sagt Eva Wilmsmann. Am schlimmsten seien allerdings Webcam-Fotos: "Manchmal ist dann im Hintergrund des Fotos noch ein Bügelbrett zu sehen." Überflüssig zu sagen, dass so etwas bei Firmen gar nicht gut ankommt.

Uniformen oder bauchnabelfrei - falsche Outfits

Der Klassiker: Partyfotos bei Facebook

Obwohl es sich mittlerweile herum gesprochen haben sollte: auch Personaler kennen das Internet und können sich Profile in Sozialen Netzwerken ansehen. "Es kommt regelmäßig vor, dass ich im Internet nach Kandidaten suche und dann feststelle, dass deren Facebook-Profile öffentlich sind", sagt Eva Wilmsmann von der IHK. Dort kann dann jeder nachlesen, auf welchen Partys der Bewerber sich in den letzten Monaten rumgetrieben hat - und wie er oder sie ticken. "Manche äußern bei Facebook ziemlich deutlich ihre Meinung. Die sollen sie haben. Aber der Ton ist manchmal schon ziemlich abschreckend."

In der Star-Trek-Uniform zum Gespräch

Im Sommer kann es manchmal ziemlich warm werden. Und dann geraten Bewerber in Anzug und Krawatte auch ohne gemeine Fragen von Personalern ins Schwitzen. Da müssen sie aber durch, sagt Bewerbungstrainer Jürgen Hesse. Auch Frauen dürfen sich nicht allzu locker anziehen: "Es gab schon Fälle, da ist eine Bewerberin im bauchnabelfreien Top zum Bewerbungsgespräch für einen Bürojob gekommen. Das ist eher abschreckend."

Studium Manche Bewerber wählen noch mutigere Outfits. In einer Umfrage des Online-Portals Career Builder hat ein Personaler erzählt, dass ein Mann sogar mal in einer Uniform aus der Fernsehserie "Star Trek" zum Bewerbungsgespräch erschien. Und nein, er hat sich dabei nicht um eine Stelle auf dem Raumschiff Enterprise bemüht.

Zickige Bewerber und klingelnde Handys

Der Anruf von Mutter

Smartphones sind eine tolle Sache, aber im Bewerbungsgespräch sollten Kandidaten sie zum Selbstschutz besser ausschalten. Es gibt aber durchaus Bewerber, die das etwas lockerer sehen, ihr Handy anschalten - und während des Gesprächs auch schon mal ans Telefon gehen. "Ich hatte mal einen Fall, da ist jemand rangegangen, als seine Mutter anrief, um zu erfahren wie das Gespräch läuft", erzählt Eva Wilmsmann.

Den Personaler mit Gegenfragen nerven

Bewerber müssen mitunter ziemlich seltsame Fragen über sich ergehen lassen. Etwa: "Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Küchengerät. Welches wären Sie?" Klar, dass solche Fragen schon mal Frust erzeugen können. Aber das sollte Kandidaten nicht davon abhalten, weiterhin höflich zu bleiben. "Zickigkeit mag ich gar nicht", sagt Solveig Villkow, die im Personalmarketing von RWE arbeitet.

Bewerbung Bewerbungstrainer Jürgen Hesse berichtet von einem besonders dreisten Bewerber: "Auf die Frage, warum er sich für das Unternehmen beworben hat, fragte er den Abteilungsleiter einfach: Und? Warum haben Sie sich hier beworben?"

Übertriebenes Eigenlob

Bei einer Bewerbung geht es darum, sich selbst anzupreisen. Das predigen Bewerbungstrainer schon seit Jahren. Anstatt tief zu stapeln, sollten Jobsucher zu ihren Erfolgen stehen und auch mal mit ungewöhnlichen Aktionen auf sich aufmerksam machen. Doch manche Menschen scheinen ihre Grenzen nicht zu kennen. In einer Umfrage des Online-Portals Career Builder erinnerte sich ein Personaler an einen Bewerber, der auf die Frage nach seinem persönlichen Helden ganz unverblümt antwortete: "Ich."

Prahlen mit der Kanzlerin

Promis helfen nicht immer

Soziales Engagement ist wichtig. Und auch Unternehmen freuen sich über Bewerber, die zeigen, dass sie sich für andere engagieren. Doch anscheinend haben einige Menschen ein ganz besonderes Verständnis von sozialem Engagement. "Wir hatten mal einen Bewerber, der ein Foto von sich und Angela Merkel in seine Bewerbung gelegt hat um sein soziales Engagement zu unterstreichen. Da habe ich mich nur gefragt: was soll das?", erzählt Solveig Villkow von RWE. Promis gelten nun einmal nicht als besonders hilfsbedürftig. Außer vielleicht Miley Cyrus.

Das falsche Unternehmen

Niemand erwartet von einem Jobsuchenden, dass er sich nur auf eine einzige Stelle bewirbt. Aber wo genau, das muss ja nicht gleich jedes andere Unternehmen wissen. "Es kommt immer wieder vor, dass Leute mehrfach dieselbe Bewerbung rausschicken und vergessen, den Adressaten zu ändern", sagt Eva Wilsmann von der IHK.

Tattoos Noch schlampiger war ein Bewerber bei Evonik. "Im Mailanhang der Bewerbung war eine Datei, in der nicht nur das Anschreiben an uns lag - sondern auch an fünf andere Unternehmen", erzählt Stefanie Wild von der Evonik-Personalabteilung. "Da wusste ich wenigstens, wer unsere Konkurrenten sind."