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Ziemlich abgedreht, das 33. Comedy Arts Festival

17.08.2009 | 11:44 Uhr
Ziemlich abgedreht, das 33. Comedy Arts Festival

Moers. Mozart rockte beim Comedy Arts Festival: In Moers hat alles Platz zwischen Schenkelklopfer und feiner Poesie, das ist so gute Tradition beim ältesten Festivals der komischen Künste.

Mozart rockt. Das wissen wir spätestens seit Falco. Beim Moerser Comedy Arts Festival gab es eine neue Variante zu hören: Mozart meets Zulu. Drei afrikanische Sänger und ein Ensemble der Wiener Symphoniker ließen Zulu-Klänge und Zauberflöte verschmelzen. Und eroberten damit die Herzen der Zuschauer in der komplett ausverkauften Open Air Arena, die das ungewöhnliche, aber gelungene Projekt mit stehendem Beifall feierten. Gut, das war nicht zum Lachen. Aber auch das ist gute Tradition des ältesten Festivals der komischen Künste: Hier hat alles Platz zwischen Schenkelklopfer und feiner Poesie – ohne beliebig zu sein.

Verbindungspunkt ist, dass es was zu Staunen gibt. Deshalb passte auch ein „Robeat” bei der 33. Auflage des Internationalen Comedy Arts ins Programm. Manch einer hätte eine Wette gewagt, dass diese menschliche Beatbox unmöglich ganz allein alle diese Sounds hervorbringen kann: Didgeridoo, Bass, ein komplettes Schlagzeug, diverse Percussions-Instrumente – und zwar alles gleichzeitig. Bei einer Statur, die weder größen- noch gewichtsmäßig über einen großen Resonanzkörper verfügt. Moers rockt.

Völlig idiotische Wortspielereien

Komisch mit Artistik: Le Bo Trio. Foto: Lars Fröhlich

Das Chaostheater Oropax spaltet. Manchen sind die völlig idiotischen Wortspielereien der beiden Blödel-Brüder ( „Bei Rad denk ich an Ungarn. Wenn ich den Platten seh”) zu dämlich. Andere lieben sie. In Moers haben sie Kultstatus. Am Samstag führten die beiden Brechstangen-Wortverdreher durchs Programm. Verabreichten ihr Sprach-Chaos also in kleinen Dosen. Dann sind sie auch für Leute mit weniger Sinn für Klamauk durchaus charmant. Ihr krachender Humor rettete vielleicht sogar ein Programm mit dramaturgischen Schwächen.

Akrobatik und Artistik gepaart mit flotten Sprüchen gehören seit eh' und je auf die Moerser Comedy Bühne. Aber am Samstag gab es mit Le Bo Trio, Bongo Bolero, Chronk und Svetlana Flamingo gleich vier Vertreter dieser Sparte zu sehen. Und wenn die dritte Artistin – wenn auch gekonnt – gewollt ungeschickt den Hebe-Partner bekraxelt und ihren Po seinem Gesicht parkt, dann ist der Überraschungseffekt weg.

Novum: Eine Künstlerin trat zwei Mal auf

Alle mal herhören, wenn Mark Britton Spaß macht. Foto: Olaf Fuhrmann

Ein Novum war auch die Tatsache, dass mit Svetlana Flamingo eine Artistin am Freitag und am Samstag auftrat, einmal Solo, einmal mit Partner als Daredevil Chicken Club. Ein Zeichen, dass in Zeiten gedeckelter Zuschüsse und Sponsoren-Budgets es nicht gerade leichter für den künstlerischen Leiter Holger Ehrich wird, den Ansprüchen an ein etabliertes und viel gelobtes Festival gerecht zu werden? Wie gut, dass die beiden Clowns Jesko und Guennadi am Abend noch zeigen konnten, dass Humor auch ganz leise und mit einfachsten Mitteln geht, wenn das Timing präzise ist. Und die NRZ-Förderpreisträgerinnen Kriskats mit Poesie und üppigen Kostümen die visuelle Comedy bedienten.

Karen Kliem

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