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Wuppertaler Skulpturenpark zeigt Bronze-Arbeiten von Jan Fabre

22.03.2013 | 14:00 Uhr
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Wuppertaler Skulpturenpark zeigt Bronze-Arbeiten von Jan Fabre
Eine Bronzearbeit von Jan Fabre.Foto: WP

Wuppertal.   Überraschend, rätselhaft und nicht selten provokant: Im Wuppertaler Skulpturenpark Waldfrieden sind noch bis zum 2. Juni zahlreiche Bronze-Arbeiten des Belgiers Jan Fabre in einer interessanten Ausstellung zu sehen. Der Bildhauer Tony Cragg hat Jan Fabre in seinen Skulpturenpark nach Wuppertal eingeladen.

Seine Kunstaktionen werden gefürchtet und gefeiert. Als Maler, Bildhauer, Dramatiker, Regisseur und Choreograf entzieht sich Jan Fabre zudem der eindeutigen Kategorisierung. Überraschend, rätselhaft und nicht selten provokant bleibt der 54-jährige Belgier in jedem Fall. Jetzt zeigt der Wuppertaler Skulpturenpark Waldfrieden bis zum 2. Juni eine betörend interessante Ausstellung mit zahlreichen Bronze-Arbeiten von Jan Fabre.

Goldglänzende Riesenkäfer tragen Bäume und Kreuze auf ihren Panzern. Aus Gehirnen sprießen Flügel und Kruzifixe, und ein schlafendes Reh (mit Hut) liegt auf einem Sockel. Die (Kunst)-Welt des Jan Fabre birgt ihren ganz eigenen Humor, ihre ganz eigene Tiefgründigkeit.

Jan Fabre. Bild: dpaFoto: dpa

Eine Schildkröte bewegt sich auf einen Apfel zu, einen Meter weiter hat sich eine andere vom angebissenen Apfel abgewendet - „Griechische Tragödie und griechischer Sieg“ lautet für Jan Fabre der Doppeltitel dieser bizarren Bronze-Situation.

Der Bildhauer Tony Cragg hat Jan Fabre in seinen Skulpturenpark nach Wuppertal eingeladen. Die gläserne Ausstellungshalle bildet den perfekten Rahmen für die kleinen Bronze-Skulpturen. Sie korrespondieren mit der sie umgebenen Parklandschaft und werden in den kommenden Wochen vom verschneiten Winter über den erwachenden Frühling bis hin zum warmgrünen Sommer kunstvolle Akzente zu setzen wissen.

Bronze-Miniaturen setzen Phantasien in alle Himmelsrichtungen frei

Es ist ziemlich genau zehn Jahre her, als Jan Farbe an der belgischen Küste in Nieuwpoort eine Riesenschildkröte auf die Promenade setzte und damit zum gefeierten Superstar des Nordsee-Festivals „Beaufort“ wurde. Seitdem ist diese Schildkröte zum Wahrzeichen des Ferienorts und zu einem der meistfotografierten Kunstobjekte Belgiens geworden.

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Mit Zeichnungen und Skulpturen Jan Fabres kehrt die Kunsthalle im Frühjahr zur Ausstellungs-Kooperation mit den Ruhrfestspielen zurück.

In Wuppertal präsentiert sich Fabre nun eine deutliche Nummer kleiner, jedoch keineswegs langweiliger.

Die Bronze-Miniaturen setzen Phantasien buchstäblich in alle Himmelsrichtungen frei. Sie zeigen sich ganz offen und bergen doch allesamt kunstvolle Geheimnisse, symbolische Bezüge und auch anstößige Kombinationen.

Zeitgeist wider den Strich

Jan Fabre hat offensichtlich Freude daran, den Zeitgeist wider den Strich zu bürsten. Er bricht ganz bewusst bestimmte Tabus, fügt zusammen, was vermeintlich auf keinen Fall zusammen gehört. Die Kunst-Ergebnisse wirken dann nicht selten verwirrend, ja sogar verstörend. Sie stellen gewohnte Denkmuster radikal und also auch respektlos in Frage. Konformes wird gezielt angegriffen und mit einem guten Schuss Ironie versehen.

Jan Fabre nutzt dazu auch die Mythologie und die Philosophie, um sich neuen, eigenen Standpunkten zu nähern und diese wiederum mit tradierten Seh- und Denkgewohnheiten zu konfrontieren. Der Lorbeerbaum, der aus einem Skarabäus erwächst oder auch die griechisch nachempfundene „Maske der Macht“ sind eben keine Zufallsprodukte überbordender Einfälle, sondern Ergebnisse einen langen Sinnens und Erschließens.

Andreas Thiemann

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