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Architektur

Wohnräume und Lebensträume

27.06.2009 | 09:59 Uhr
Wohnräume und Lebensträume

Essen. Am 27. und 28. Juni findet der 14. Tag der Architektur in NRW statt. Architektinnen und Architekten laden an diesen beiden Tagen, zusammen mit ihren Bauherren, Interessierte dazu ein, sich neue und erneuerte Bauten sowie Parks, Gärten und Plätze vor Ort anzusehen.

An sich ist zeitgenössische Architektur nicht unbedingt ein bevorzugter Gegenstand öffentlicher Diskussion. Zwar sind wir täglich mit den Ergebnissen architektonischer Gestaltungskunst konfrontiert, das Interesse ist in der Regel jedoch auf spektakuläre Häuser oder auf die internationalen Stars der Architektenschaft beschränkt. Wie sich unsere Städte insgesamt verwandeln, bleibt hingegen oft unbemerkt. 

Um die heutige Architektur in ihrer Breite stärker in der Öffentlichkeit bewusst zu machen, hat man daher vor einigen Jahren den bundesweiten Tag der Architektur eingeführt. In NRW stehen an diesem Wochenende 538 in den letzten fünf Jahren neu errichtete oder erneuerte Wohnhäuser, Schulen, Bürohäuser, Kirchen, Parkanlagen und Gewerbebauten zur Besichtigung offen. 40 000 Besucher werden erwartet, mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2000. Das ist zwar weit entfernt vom Tag des offenen Denkmals, zeigt aber deutlich das gestiegene Interesse.

Trends und Innovationen im Wohnungsbau

Natürlich bietet der Tag der offenen Tür auch Gelegenheit, sich Anregungen für den eigenen, mondänen oder naturverbundenen Wohntraum zu holen. Das Haus Kuhnert in Heiligenhaus bei Velbert zum Beispiel ist ein sparsames, sogenanntes KFW-40-Wohnhaus (Primärenergieverbrauch unter 40 Kilowattstunden), für das ausschließlich ökologische Materialien verwendet wurden. Sogar im Badezimmer hat man statt herkömmlicher Fliesen Kautschuk verwendet.

Das Haus H in Essen-Rellinghausen wiederum ist ein am weißen Bauhausstil orientiertes, strenges, aber elegant wirkendes Doppelhaus in repräsentativer Hanglage. Der Tag der Architekten präsentiert das ganze Spektrum heutiger Trends und Innovationen nicht nur im Wohnungsbau. Ein zweigeschossiger, ganz in Lärchenholz eingefasster Neubau mit hohen, schmalen Fenstern und hellen freundlichen Wohnungen dient seit Ende 2008 einer Gemeinschaft älterer und demenzkranker Menschen in Gelsenkirchen-Schaffrath als gemeinsamer Lebensraum. Der puristisch wirkende Bau ist Teil einer Wohnanlage für insgesamt drei Senioren-Wohngemeinschaften.

In Dortmund-Aplerbeck entstand in Nachbarschaft der alten Aplerbecker Mark Grundschule, einem Bau aus der Zeit der Jahrhundertwende, ein moderner dreistöckiger Erweiterungsbau. Er war für die zukünftige Nutzung als dreizügige Schule mit offener Ganztagsbetreuung notwendig geworden. Zwei Objekte, die beispielhaft für einige der heute drängendsten Bauaufgaben stehen: die energetische Erneuerung des vorhandenen Gebäudebestands, neue Schulbauten sowie gelegentlich auch die Neunutzung von Kirchen und Gemeindegrundstücken.

Frank Maier-Solgk

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