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Widerstand gegen Cruise

27.06.2007 | 03:50 Uhr

Berlin. (ddp) Ein geplanter Film über den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit Tom Cruise in der Hauptrolle sorgt weiter für internationalen Wirbel.

BBC News meldete jetzt auf seiner Internetseite, das Verteidigungsministerium werde keine Dreharbeiten auf militärischem Gelände in Deutschland zulassen. Laut der Online-Ausgabe des Magazins Vanity Fair gibt es indes noch überhaupt keinen offiziellen Antrag auf eine entsprechende Drehgenehmigung. Die Produktionsfirma von Tom Cruise, United Artists, verteidigte den Film "Valkyrie" derweil.

Laut BBC ist das deutsche Verteidigungsministerium gegen Drehs auf dem Gelände der Bundeswehr, weil Tom Cruise bekennder Anhänger von Scientology sei. Der Sprecher des Ministeriums, Harald Kammerbauer, sagte demnach, die Bundeswehr habe ein besonderes Interesse daran, dass die Ereignisse des 20. Juli 1994 sowie die Person Stauffenbergs "ernsthaft und authentisch" dargestellt würden. Der Online-Ausgabe von Vanity Fair sagte Kammerbauer: "Es gibt noch gar keinen Antrag auf Drehgenehmigung." Ohne Antrag könne es auch keine Ablehnung geben. Auf die Frage, ob auf dem Gelände der Bundeswehr gedreht werden dürfe, sagte er den Angaben zufolge nur: "Ergebnis offen".

Die Chefin von United Artists, Paula Wagner, teilte mit, Cruises persönliche Überzeugungen hätten "absolut keinen Bezug zu Handlung, Themen oder Inhalt des Films". Auch wenn "Valkyrie" überall auf der Welt gedreht werden könne, "glauben wir, dass nur Deutschland als Drehort der Story wirklich gerecht wird", betonte sie. "Valkyrie" sei "ein historisch korrekter Thriller", der Stauffenberg "als die heroische und prinzipiengetreue Figur darstellt, die er war". Die Welt werde durch den Film nachhaltig daran erinnert, dass es selbst in den Rängen des deutschen Militärs starken Widerstand gegen das Naziregime gab. Regisseur Bryan Singer halte Tom Cruise für "perfekt für diese Rolle".

In der vergangenen Woche war scharfe Kritik an "Valkyrie" laut geworden. Die Sektenexpertin der Unions-Bundestagsfraktion, Antje Blumenthal, sagte, Verteidigungsminister Franz Josef Jung (beide CDU) habe ihr zugesichert, Cruise solle keine Drehgenehmigung für den Berliner Bendlerblock erhalten.

Der Sohn des Widerstandskämpfers, Berthold Schenk Graf von Stauffenberg, erklärte, es sei ihm "unsympathisch", dass ein Scientologe seinen Vater spielen solle. Ähnlich äußerte sich der Bundestagsabgeordnete Klaus-Uwe Benneter (SPD).

Tom Cruise will in dem Film "Valkyrie" Stauffenberg spielen, dessen Anschlag auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 scheiterte. Im Bendlerblock, dem heutigen Sitz des Verteidigungsministeriums, hatte Stauffenberg das Attentat auf Hitler geplant. In der Nacht zum 21. Juli wurden er und die anderen Schlüsselfiguren des gescheiterten Umsturzversuchs dort hingerichtet.

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