Westfälischer Preis für Baukultur geht nach Dortmund

Ausgezeichnete Architektur: Das Auslassbauwerk für das Hochwasserrückhaltebecken im Emscher Landschaftspark in Dortmund-Mengede.
Ausgezeichnete Architektur: Das Auslassbauwerk für das Hochwasserrückhaltebecken im Emscher Landschaftspark in Dortmund-Mengede.
Foto: ho
Nur scheinbar ein simpler Bau: Das Auslassbauwerk für das Hochwasserrückhaltebecken im Emscher Landschaftspark in Dortmund hat einen Preis gewonnen.

Münster/Dortmund.. „Was wir brauchen, ist größte, höchste Qualität des Alltäglichen, des Normalen!“ Für den Festredner Franz-Josef Höing, Baudezernent der Stadt Köln, muss Architektur soziale Baukunst sein, eine Baukunst, die dem Menschen dient. So ging der Westfälische Preis für Baukultur diesmal auch an die Lösung einer scheinbar simplen Bauaufgabe. Das neue Betriebsgebäude und Auslassbauwerk für das Hochwasserrückhaltebecken im Emscher Landschaftspark in Dortmund-Mengede und Castrop-Rauxel-Ickern, geplant von B.A.S. Architekten aus Dortmund (Juliane Kopperschmidt und Christian Moczala), erhielt die Auszeichnung, um die sich 76 Projekte beworben hatten.

Gewonnen hat das Wasserbauwerk mit der schönen, mehr als 100 Meter langen Holzbrücke, weil es den erforderlichen Naturschutz mit dem Bedürfnis vereint, die neue Landschaft neu zu erleben. Das turmartige Gebäude aus robusten und einfachen Materialien unterstreicht den technischen Charakter. Die Brückenpfeiler schneiden wie Kufen eines Katamarans ins Gelände und symbolisieren so die Wassermassen, die es eigentlich gilt zurückzuhalten. Das I-Tüpfelchen des Plans ist eine Dachterrasse mit Panoramablick in die naturnahe Flusslandschaft.

Auszeichnungen erhielt in Münster außerdem der Umbau des Hans-Sachs-Hauses in Gelsenkirchen (gmp-Architekten). Anerkennungen sprach die Jury unter Vorsitz von Michael Arns, dem Vizepräsidenten der NRW-Architektenkammer, der schon mehrfach ausgezeichneten Liebfrauenkirche in Dortmund aus, die ein Kolumbarium wurde (Volker Staab). Die Bibliothek für Architektur, Kunst und Design auf dem Leonardo Campus in Münster erhielt eine Anerkennung (Herbert Bühler mit Andreas Schüring und Stephan Weber) für den besonderen Planungsprozess mit Studierenden und Bibliothekaren. Und last not least überzeugte auch der Neubau der Schlosstreppe am Schloss Steinfurt (Christoph Achterkamp) mit großem gestalterischen wie technischen Geschick. Die drei Sonderpreise gingen an den Essener Verein J.A.S. „Jugend.Architektur.Stadt“, das Architekturforum Unna und die Bürgerstiftung „Unser Leohaus“ in Olfen.