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„Werde endlich erwachsen“

03.10.2012 | 16:11 Uhr
„Werde endlich erwachsen“
Drei Jugendliche auf dem Weg zum Erwachsensein: „Dumm gelaufen“ in Oberhausen.Foto: Axel J. Scherer

Oberhausen.   Das Theater Oberhausen zeigt Träume, die platzen. „Dumm gelaufen“ ist ein spannendes Stück für junge Zuschauer.

Schwer liegt der Duft von frischer Erde im Malersaal des Theaters Oberhausen. Das Bühnenbild ist spartanisch, echter Rollrasen. Mehr nicht. Auf diesem Grün ruhen die Träume von Bobby (Randolph Herbst), Tina (Ellen Céline Günther) und Jill (Manja Kuhl).

Drei 19-Jährige, deren Leben noch alle möglichen Richtungen einschlagen könnte. Ihre Geschichte ist schnell erzählt: Bobby ist auf einer Party fremdgegangen. Tina, seine Freundin, will ihn auf der Wiese eines Parks in Toronto zur Rede stellen. Zur Verstärkung hat sie Gill mitgebracht. Als Bobby erfährt, dass Tina von ihm schwanger ist, sind seine Träume – noch mal zur Schule zu gehen, einen besseren Job, einfach Freiheit zu haben – zerstört. „Werde endlich erwachsen“, fordert Tina Mal um Mal von Bobby.

Angst, Hoffnung, Enttäuschung - die Emotionen tragen das Stück

„Dumm Gelaufen“ heißt das Stück, das unter der Regie von Christoph Todt im Theater Oberhausen Premiere feierte. 1993 schreibt es der kanadische Dramatiker Georg F. Walker und es gehört in dessen Reihe der „East End Plays“.

So einfach Bühnenbild und Handlung zu sein scheinen, sie sind ein gelungener Rahmen, um die Träume der Jugendlichen zu inszenieren. Denn getragen wird das Stück von den Emotionen. Angst vor der Zukunft, Hoffnung und Pläne, Wut und Enttäuschung, dass der andere nicht den eigenen Erwartungen entspricht.

Aufrührend und explosiv

Das Schauspiel ist aufrührend, explosiv und vor allem ganz nah an den Zuschauern. Fast schon zu nah. Manchmal liegen nur ein, zwei Meter zwischen Zuschauer und Schauspielern. Dann muss das Publikum in der ersten Reihe zu den Protagonisten auf dem Rasen aufblicken. Jeder Schrei, jedes Funkeln in den Augen, jeder Tritt ist unmittelbar und direkt. Es wird gebrüllt und geflucht, geweint und geschluchzt, getrauert und gelacht. Emotionen borden über.

Und zwischendurch ist der Zuschauer ganz froh, wenn die Schauspieler auf dem Rollrasen für einen Moment ruhig werden. Dann kann auch auf den Rängen einmal tief durchgeatmet werden – und der erdige Geruch strömt noch intensiver in die Nase.

Pirkko Gohlke

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2012-10-03 16:11
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