Wenn die Liebe keine Grenzen kennt...

Münster..  Die Globalisierung hat Folgen. Nicht nur für Politik, Wirtschaft und Sport, sondern zum großen Glück auch für die Liebe. „Bikulturelle Ehen und Partnerschaften“ heißt das etwas hölzern, Herzenssachen ohne Grenzen also. Die aus Moers stammende Kultur-Anthropologin Katharina Klapdor (31) hat sich für den Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit dem Thema beschäftigt und mit zwei Dutzend Paaren intensiv beschäftigt. Gemeinsam mit der Fachhochschule Münster wird der Extrakt dieser Untersuchung „am offenen Herzen“ noch bis zum 28. Juni in Münster gezeigt.

Wie wird aus Distanz Nähe, aus Fremde Heimat, aus Unbekanntem Vertrautes? Fragen, auf die jedes Paar eine Antwort zu finden versucht. Sie kommen aus Chile, Korea, Indien, Glücksucher mal, mal folgen sie der großen Liebe. Einige leben ihre Beziehung auch via „Skype“, manche scheitern, andere sind über jeden Zweifel erhaben. Wie Gisela und Sakti Gjosh, die im Herbst Goldhochzeit feiern und stellvertretend für die anderen zur Vernissage kamen. Eine wunderbare Liebesgeschichte. Sie beginnt vor 52 Jahren mit einem Heinz-Erhard-Stück in einem Theater in Stuttgart. Gisela fällt der junge Mann drei Plätze neben ihr gleich auf. Weil er an den falschen Stellen lacht. Erster Kontakt, Rendezvous, verlieben, die ersten Schwierigkeiten. Giselas Familie ist von dem Studenten aus Neu Delhi nicht direkt begeistert, und Saktis Familie in Indien fragt sich und ihn: Muss es denn unbedingt eine Deutsche sein? Gisela erklärt: „Der zweite Weltkrieg war noch nicht so lange vorbei.“ Heute leben die beiden als Rentner in Westfalen.Und den Zusammenstoß der Kulturen erklärt Gisela perfekt mit der Antwort auf die Frage nach dem Speiseplan. „Ich koche seit 50 Jahren immer abwechselnd schwäbisch, westfälisch und indisch. Spätzle, Schinken und Samosos sozusagen.“

Nur ein kleiner Einblick in ein großes Thema mit Millionen Facetten. Spannend. Wer mehr über die Lieben wissen will, muss nach Münster kommen. Alle Infos unter: www.love-is-a-stranger.de