Wenn das Elendil den Krokofanten trifft

Balve..  Singen macht Kinder klug und stark. Diese Erkenntnis wird heute keiner mehr bestreiten. Doch abgesehen von den beliebten traditionell überlieferten Melodien gibt es wenig gute zeitgenössische Literatur. Entweder sind die Texte platt, oder die Musik ist banal. Wer wüsste das besser als Hadewich Eggermont, die bekannte Musikpädagogin und Leiterin des Chorateliers Balve. Zusammen mit ihrem Mann Stefan Slembrouck hat sie daher ein neues Liederbuch für Kinderchöre und Schulen entwickelt.

In „Heya Wapika“ geht es um Hexen, Mäusemädchen und Gummibären. Das besondere: daran Die Ideen kommen von Kindern, von den Jungen und Mädchen aus dem Balver Kinderchor Cantilena. Angesprochen ist die Altersgruppe von 6 bis 12 Jahren.

In der Schule singen

„Die Lieder in unserem Buch sind für alle einsetzbar“, unterstreicht Hadewich Eggermont. „Die zweistimmigen können alle einstimmig gesungen werden, und es sind viele kurze Stücke dabei, die für die Schule gedacht sind, so dass man zwischendurch ein Lied singen kann.“

Textautor Stefan Slembrouck war selbst überrascht von der Bandbreite der Themen, die den kleinen Sängerinnen und Sängern auf den Nägeln brennen. „Am Anfang haben wir uns gefragt: Was für Lieder interessieren die Kinder überhaupt?“ Das Ergebnis ist ebenso bunt wie spannend. Es gibt einen Lila Delfin, ein Mäusemädchen, das sich gerne die Nägel lackiert, eine Banane mit Sonnenbrille und einen Schuh, der auf Wanderschaft geht.

Quatschlieder, Rätsellieder, Silbentauschlieder, Abendlieder, Winterlieder und Liebeslieder sind vertreten. „Die Texte sollen von den verwendeten Wörtern und Wortkombinationen überraschend und ein bisschen doppeldeutig sein, das lieben die Kinder. Das Spektrum reicht von skurril bis romantisch“, beschreibt Slembrouck seine Arbeit mit Wortspielen. So ist der Alien in Kamelien gekleidet, und das Elendil trifft den Krokofanten. Aber auch komplizierte Gefühle wie Traurigkeit kommen zu Wort.

Klingende Mini-Welten

Der belgische Komponist Jan Coeck hat die 25 Kinderlieder vertont und für jedes einzelne eine klingende Minitaturwelt erschaffen. Mal sind die Stücke eher frech und ein bisschen poppig, dann klingt wieder die klassische Musiktradition durch – die Lieder sind einfach zu singen, aber weder vom Text noch von Melodie und Rhythmus her flach.

Denn Jungen und Mädchen sollte man nicht unterfordern, weiß Hadewich Eggermont. „Schon kleine Kinder können sehr gut Synkopen singen, es muss nicht immer alles in Achtel- oder Viertel-Noten gesetzt sein. Und der Text muss ansprechen. Die Kinder mögen es, wenn die Texte ein bisschen anspruchsvoll und poetisch sind.“

„Heya Wapika“ beinhaltet 25 neue Kinderlieder mit extra Klaviersatz. Dazu kommen zwei CDs: Eine gesungene Version mit dem Kinderchor Cantilena und eine instrumentale Fassung zum Mitsingen. Das Buch kostet 24,95 Euro. Von jedem verkauften Band wird ein Euro an die Organisation für Flüchtlingskinder „Menschen helfen Menschen“ in Wickede gespendet. Erhältlich über: www.slembrouck-verlag.de