„Waffen müssen in Nahost endlich schweigen“

Vatikanstadt/Jerusalem/Hannover..  Milliarden Christen auf der Welt haben am Wochenende das Fest der Auferstehung Jesu gefeiert. Im Zentrum stand dabei vielfach die Lage der verfolgten Christen, vor allem in Nahost.

Im strömenden Regen erteilte Papst Franziskus in Rom den traditionellen Segen „Urbi et orbi“ (Der Stadt und dem Erdkreis). Während der Ostermesse auf dem Petersplatz rief er eindringlich zum Handeln im Nahen Osten auf. Die Waffen in Syrien und im Irak müssten endlich schweigen und ein friedliches Zusammenleben aller Gruppen wiederhergestellt werden. „Die internationale Gemeinschaft möge nicht untätig bleiben angesichts der immensen menschlichen Tragödie im Inneren dieser Länder und des Dramas unzähliger Flüchtlinge.“

Keine größeren Zwischenfälle

In Jerusalem verliefen die Osterfeierlichkeiten bis einschließlich Ostersonntag ohne größere Zwischenfälle. Zehntausende Besucher drängten sich in der Altstadt. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, rief in der zentralen Ostermesse in der Grabeskirche zu Hoffnung und Glaubenstreue trotz der schwierigen Situation in Nahost auf.

Ost- und Westkirche feiern in diesem Jahr Ostern aufgrund des unterschiedlichen Kalenders mit einem Abstand von einer Woche. Hunderte orthodoxe Christen, darunter viele koptische Pilger aus Ägypten, zogen deswegen mit Palmzweigen in die Grabeskirche ein, um den Palmsonntag zu begehen.

In Kenia standen nach dem Terroranschlag der islamistischen Al-Shabaab-Miliz auf die Universität von Garissa viele christliche Kirchen während des Osterfestes unter dem Schutz von Polizei und privaten Wachdiensten.

Die beiden großen Kirchen in Deutschland riefen zu Solidarität mit Flüchtlingen auf. Weitere ­Themen in den Osterbotschaften und Predigten waren unter anderem der Umgang mit dem Flugzeugabsturz in Südfrankreich sowie der Appell zu einem bewussteren ­Lebensstil.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, kritisierte Egoismus und ein zunehmendes Gewinnstreben in westlichen Gesellschaften. „Eine Freiheit, die sich bedingungslos entfaltet und die orientiert ist am ökonomischen Profit, läuft ins Leere“, so der Erzbischof von München und Freising.

1500 Osterreiter in der Lausitz

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sagte, die Osterbotschaft spende gerade in Krisenzeiten Hoffnung. Gottes Ja zu seiner Schöpfung gebe Kraft, um immer wieder gegen Gewalt und Terror wie aktuell in Syrien oder Nigeria aufzustehen.

In der sorbischen Oberlausitz nahmen rund 1500 Osterreiter an den Umritten teil. Die Prozessionen haben eine teilweise über 500-jährige Tradition. Dabei verkünden die festlich gekleideten Reiter in Liedern und Gebeten die Osterbotschaft von der Auferstehung Jesu.

Ein Stopp deutscher Rüstungsexporte stand im Mittelpunkt der ­politischen Ostermärsche, die in vielen Städten Deutschlands stattfanden.