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Von den Romanows, den Medici und den Wittelsbachern

28.12.2012 | 07:32 Uhr
Foto: /dapd/Markus benk

Geschichtsbegeisterte kommen im Ausstellungsjahr 2013 in Baden-Württemberg voll auf ihre Kosten. Von den frühen Christen über die Inka bis zu den Romanows und Wittelsbachern reicht die Palette der Sonderausstellungen in den Museen des Landes. Zu den Höhepunkten zählt eine Schau zur Roten Armee Fraktion (RAF), die im Juni im Haus der Geschichte in Stuttgart eröffnet wird.

Stuttgart (dapd-bwb). Geschichtsbegeisterte kommen im Ausstellungsjahr 2013 in Baden-Württemberg voll auf ihre Kosten. Von den frühen Christen über die Inka bis zu den Romanows und Wittelsbachern reicht die Palette der Sonderausstellungen in den Museen des Landes. Zu den Höhepunkten zählt eine Schau zur Roten Armee Fraktion (RAF), die im Juni im Haus der Geschichte in Stuttgart eröffnet wird. Unter dem Titel "RAF-Terror im Südwesten" werden zahlreiche Exponate aus der Zeit des Deutschen Herbstes präsentiert, darunter das Motorrad, das 1977 bei dem Mordanschlag auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback benutzt wurde. Interviews mit Zeitzeugen, Filme und Dokumente rund um die RAF sollen unter anderem verdeutlichen, mit welchem Trauma die Opfer der Gewalt leben mussten.

Weiter zurück in die Geschichte des Landes entführt das Landesmuseum Stuttgart ab Oktober seine Besucher. In der Ausstellung "Im Glanz der Zaren. Die Romanows, Württemberg und Europa" wird anhand kostbarer Exponate, die teils erstmals außerhalb Russlands zu sehen sind, die gemeinsame Geschichte der beiden Dynastien erzählt. Dabei stehen fünf Frauen im Mittelpunkt, deren Ehen die Basis für die Zusammenarbeit zwischen den Romanows und den Württembergern legten - etwa die württembergische Prinzessin Sophie Dorothee, die im 18. Jahrhundert den späteren russischen Zaren Paul heiratete.

Von den Medici zu den Wittelsbachern

In den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim stehen mit den Medici und den Wittelsbachern gleich zwei bedeutende Dynastien Europas im Mittelpunkt. Die Ausstellung "Die Medici - Menschen, Macht und Leidenschaft" stellt von Februar bis Juli Mitglieder der berühmten Familie vom Gründungsvater Giovanni di Bicci bis zur letzten Medici, der Kurfürstin Anna Maria Luisa von der Pfalz, vor. Gezeigt werden unter anderem prachtvolle Gewänder, außergewöhnliche Alltagsgegenstände und Kunstwerke aus den Museen in Florenz.

Ab Herbst ist in den "rem" die Schau "Die Wittelsbacher am Rhein. Die Kurpfalz und Europa" zu sehen, eines der größten Projekte im Rahmen des Wittelsbacherjahres 2013 der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. Präsentiert werden bedeutende Exponate wie der Reichsapfel des "Winterkönigs" Friedrich V., der durch sein politisches Handeln zum Entstehen des Dreißigjährigen Krieges beitrug. Auch kostbare Handschriften aus den Vatikanischen Museen und Skulpturen von Kurfürsten aus ganz Deutschland werden gezeigt.

Ausstellung über 450 Jahre Heidelberger Katechismus

Ebenfalls mit der Geschichte der Region und ihren überregionalen Auswirkungen beschäftigt sich das Kurpfälzische Museum Heidelberg. Dort und im berühmten Schloss wird ab Mai die Ausstellung "Macht des Glaubens. 450 Jahre Heidelberger Katechismus" gezeigt. Kurfürst Friedrich III ließ das kleine Büchlein im 16. Jahrhundert in Auftrag geben, um reformatorisches Gedankengut zu verbreiten. Heute gilt der Heidelberger Katechismus als bedeutendste Bekenntnisschrift der reformierten Kirche, an der sich weltweit mehr als 20 Millionen Menschen orientieren.

Weit in die Geschichte zurück führt die Ausstellung "Imperium der Götter: Isis - Mithras - Christus. Kulte und Religionen im Römischen Reich", die ab November im Badischen Landesmuseum Karlsruhe gezeigt wird. Anhand hochkarätiger Leihgaben aus zahlreichen europäischen Museen versucht sie, Glaubenswelten im Alten Rom zu rekonstruieren. Damals gewannen fremde Glaubensrichtungen östlicher Herkunft zunehmend an Bedeutung, etwa der Kult der ägyptischen Universalgottheit Isis und die Mysterien des persischen Lichtgotts Mithras. Zu den orientalischen Erlösungsreligionen zählte auch das Christentum, das sich schließlich zur Staatsreligion entwickelte.

Mit der Kultur der Inka beschäftigt sich das Linden-Museum Stuttgart ab Oktober. In der Ausstellung "Könige der Anden" stellt es unter anderem die Erbauer von weltberühmten Orten wie Machu Picchu und Cusco vor. Goldschmuck, Opferschalen, bunte Textilien und andere Exponate aus der Inkazeit erlauben einen Einblick in Alltag, Religion und Wirtschaft des Inka-Reiches. Ein Großteil der Objekte ist erstmals in Europa zu sehen. Die Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck steht, ist nach Angaben des Museums die erste Schau zur Kultur der Inka in Europa.

dapd

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