Von A(usländer) bis Z(weig)

Düsseldorf..  Im Rahmen der Jüdischen Kulturtage 2015 eröffnet das Heinrich-Heine-Institut den Ausstellungsreigen. Unter dem Titel „Von A(usländer) bis Z(weig). Deutsch-jüdische Literaturgeschichten“ widmet sich das Institut den unterschiedlichsten Facetten deutsch-jüdischer Literatur im 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen die individuellen Lebenswege und literarischen Werke bedeutender Schriftstellerinnen und Schriftsteller dieser Zeit: Rose Ausländer, Jurek Becker, Paul Celan, Hilde Domin, Lion Feuchtwanger, Stefan Heym, Else Lasker-Schüler, Nelly Sachs, Anna Seghers, Kurt Tucholsky, Franz Werfel und Stefan Zweig.

Präsentiert werden herausragende Objekte, zum Beispiel: originale Handschriften von Jurek Beckers Roman „Bronsteins Kinder“; Arbeitsmanuskripte, darunter Franz Werfels Gedicht „Sterbender im Verbrecherlazarett“ – auf Briefpapier des Berliner Hotels „Excelsior“ geschrieben; persönliche Briefe von Stefan Heym; selten gezeigte Fotografien – wie die von Anna Seghers bei einer Theateraufführung des Heinrich-Heine-Klubs in Mexico; wertvolle Erstausgaben – unter anderem Else Lasker-Schülers Gedichtband „Mein blaues Klavier“; Widmungsexemplare wie Paul Celans Buchausgabe von „Mohn und Gedächtnis“ mit einer anrührenden Widmung an Rose Ausländer; persönliche Lebensdokumente wie das Gutachten der Obduktion von Kurt Tucholsky nebst seinem Testament.

Die Exponate stammen aus der Akademie der Künste (Berlin), dem Kunstmuseum Solingen (Zentrum für verfolgte Künste), herausragenden Privatsammlungen (München), der Feuchtwanger Memorial Library (University of Southern California) sowie aus dem Archiv des Heinrich-Heine-Instituts. Die Präsentation der Autorinnen und Autoren verläuft nach dem Prinzip „von A bis Z“; zusätzlich sind sie durch die Themenfäden „Identität & Religion“, „Verfolgung & Exil“, „Arbeitsbeziehungen“ und „Heine-Rezeption“ miteinander verbunden.

Neben den Exponaten bietet die Ausstellung medial vermittelte authentische Einblicke: So gibt es zahlreiche Tonaufnahmen mit den Originalstimmen der Autorinnen und Autoren. Ebenso werden Filme und exklusiv für die Ausstellung erstellte Interviews und Zeitzeugenberichte zu sehen sein. Die Vernissage der Ausstellung findet am Sonntag, 22. Februar, um 11 Uhr im Hetjens-Museum, Schulstraße 4, statt. Institutsleiterin Dr. Sabine Brenner-Wilczek und Jan von Holtum M.A. stellen die Ausstellung vor und laden anschließend zu einer Führung ein. Musikalisch umrahmt wird die Eröffnungsveranstaltung von Eva Koch (Sopran) und Tobias Koch (Klavier). Der Eintritt ist frei.

Im Begleitprogramm der Ausstellung – und ebenfalls im Rahmen der Jüdischen Kulturtage – werden im Februar und März folgende Veranstaltungen im Palais Wittgenstein angeboten: „Nur eine Rose als Stütze“. Marianne Sägebrecht liest Hilde Domin (23. Februar); „Traumrose“. Ein literarisch-musikalisches Programm mit dem Duo Wajlu (8. März); „Amor Fati – Liebe zum Schicksal“. Eine Filmpremiere und Performance mit Lisa Schell und Rolf Neddermann (10. März); „Für den Rest des Lebens“. Zeruya Shalev liest gemeinsam mit der Schauspielerin Maria Schrader (17. März).