„Viel Kunst entsteht aus Unvermögen“

Oberhausen..  Der als Kunstfälscher berühmt gewordene Wolfgang Beltracchi kritisiert, dass „heute viel Kunst aus Unvermögen heraus entsteht“. Jungen Leuten, die Kunst studieren wollen, rate er zu prüfen, ob sie wirklich genügend Talent haben. Das sagte der Mann, der jahrzehntelang die Kunstwelt hinters Licht geführt hatte, am Donnerstag beim „Gasometer-Talk“ in Oberhausen.

Er selbst wehrte sich gegen den Vorwurf, ihm fehle das, was einen großen Künstler ausmache: den Drang, etwas Neues zu kreieren. „Jedes Werk, das ich geschaffen habe, ist ein Kunstwerk. Ich weiß, wie gut ich bin“, sagte Beltracchi. Er hatte mit seinen Fälschungen Millionen verdient. Als er aufflog, musste er ins Gefängnis. Jetzt, nach seiner Strafe, malt er weiter im Stil großer Künstler – nur ohne deren Namen zu nutzen. Den Nervenkitzel des Betrügens vermisse er durchaus, gab Beltracchi zu.

Betrug in der Kunst sei nach wie vor an der Tagesordnung. „Wer Vertrauen in die Kunst setzt“, sagte Beltracchi, „der muss verrückt sein. Wer glaubt noch ans Original?“