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Vancouver ist auch eine Stadt der Kunstschaffenden

14.02.2010 | 18:57 Uhr

Vancouver.Als Kunstmetropole hat die aktuelle Olympia-Stadt Vancouver bislang noch nicht groß von sich reden gemacht. Und auf den ersten Blick deutet nichts auf eine aufregende Kunstszene. Vancouver ist auch eine Stadt der Künstler – Vancouver ist Geburtsort, Lebensmittelpunkt und Rückzugsgebiet für international angesagte Kunstschaffende.

Bunt bemalte Totempfähle, grobe Steinskulpturen und rustikale Holzplastiken der „First Nations“, der Ureinwohner prägen das künstlerische Erscheinungsbild Vancouvers.

Doch wer mit einiger Aufmerksamkeit durch die drittgrößte Stadt Kanadas streift, wird schnell bemerken, dass die Stadt am Pacific Rim nicht nur für die Abenteurer unter den Touristen ein Magnet sein muss. Vancouver ist auch eine Stadt der Künstler – Vancouver ist Geburtsort, Lebensmittelpunkt und Rückzugsgebiet für international angesagte Kunstschaffende.

Indianischer Totempfahl.

Jeff Wall etwa, der hoch geschätzte Fotokünstler, oder das vielschichtig arbeitende Multitalent Rodney Graham und Stan Douglas mit seinen originellen Videoinstallationen sind an prominenter Stelle zu nennen. Ian Wallace, Ken Lum und Roy Arden stehen ihnen an Ansehen kaum nach, sie bereichern das Bild von Vancouver als Ort für Künstler. Sie alle stammen und leben in und um Vancouver. Häufig findet sich die namhafte Gruppe unter dem Begriff „Vancouver School“ zusammengefasst.

Doch ihren eigenen Vorstellungen entspricht das nicht unbedingt – ist doch jeder Einzelne von ihnen ein höchst individueller Künstler. Höchstens der Bezug zur Video- und Fotokunst vereint die Kanadier – und die Tatsache, dass sie im Ausland zu Stars wurden. In New York, London, Berlin, feierte mancher Triumphe und füllte Galerien, bevor die eigene Heimat dieses Potenzial zur Kenntnis nahm.

Eine schlagende, einfache Erklärung für die geballte Ansammlung hochkarätiger Künstler in Vancouver gibt es nicht. Zu unterschiedlich sind ihre Lebensläufe, Ausbildungen und Arbeitsweisen. Von einer „Talentschmiede“ weiß man in British Columbia nichts. Dafür wird auf die „Do-it-yourself“-Mentalität der geografischen Außenseiter hingewiesen. Die „Macher“ hier mussten lernen, alles selbst hinzubekommen, auch die Publicity.

Die Galerien- und Museumslandschaft Vancouvers ist überschaubar, aber engagiert in der Förderung des hochkarätigen Künstlerpotenzials. Die Contemporary Art Gallery genießt einen exzellenten Ruf, was Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst angeht. Bildende Kunst von internationalem Rang findet sich in der Vancouver Art Gallery mit etwa 8000 Werken. In regelmäßigen Abständen veranstaltet das Museum kleinere „Kabinettausstellungen“, um einzelne Gegenwartskünstler in den Vordergrund zu rücken. Zahlreiche, nahe beieinander gelegene Galerien und das renommierte Kunstauktionshaus „Heffel“ in der Granville Street bieten Kunstenthusiasten Grund zur Freude. Und bei „Monte Clark“, „Jacana“ oder „Bau-Xi“ lässt sich der ein oder andere Nachwuchskünstler entdecken, bevor er in den internationalen Kunsthimmel aufsteigt.

Die Nachwuchskünstler Scott McFarland und Brian Jungen sind dort längst angekommen. Sie gelten als neue „Shootingstars“ der West-Coast. In den subtilen Landschafts- und Gartenfotografien McFarlands lässt sich die inspirierende, einzigartige Landschaft British Columbias, mit gewaltigen Bergen, Gletschern und Wäldern, als Quelle künstlerischer Inspiration erahnen. Brian Jungen hingegen, einer der wenigen renommierten Künstler mit indianischen Wurzeln, widmet sich mit seinen erfrischend hintergründigen Plastiken und Masken der nationalen Identität und Alltagskultur – gerade im ethnisch enorm vielfältigen Vancouver ein bedeutendes Thema.

Nicole Bröhan

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