Uwe Lyko kritisiert Organisation der Ruhr.2010
02.07.2010 | 12:20 Uhr 2010-07-02T12:20:00+0200
Osnabrück.Der Kabarettist Uwe Lyko, bekannt als Herbert Knebel, kritisiert die Organisatoren der „Ruhr2010“: Die freie Szene sei nicht in die Kulturhauptstadt eingebunden worden, sagte er in einem Zeitungsinterview. Nach dem Ende der „Ruhr2010“ sieht er in den Kommunen die Lichter ausgehen.
Der Kabarettist, der in der WDR-Sendung „Mitternachtsspitzen“ auch eine kultige Parodie auf den dauerqualmenden Exkanzler Helmut Schmidt gibt, kritisiert die Organisatoren der „Ruhr2010“: „Die freie Szene ist so gut wie überhaupt nicht in die Kulturhauptstadt eingebunden worden, sagte der 55-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Wie es oft so ist bei diesen Projekten, hat man sich auf die ganz großen Dinge konzentriert.“ Vor allem die freie Theater- und Kabarettszene sei „einfach hinten rübergefallen. Dabei ist sie seit vielen Jahren eine Visitenkarte des Ruhrgebiets.“ Dabei seien diese Künstler schon seit Jahrzehnten die Kulturbotschafter des Ruhrgebiets. „Wir haben doch erst darauf aufmerksam gemacht, dass es hier noch mehr gibt als Kohle und Stahl.“
Nach dem Ende der „Ruhr2010“ sieht Lyko für die Kulturhauptstadt Europas harte Zeiten aufziehen: „Das Folkwang-Museum wird schon bleiben, ansonsten bin ich mir nicht so sicher: 2011 werden wie in vielen anderen Kommunen auch erst mal die Lichter ausgehen. Dann ist es erst mal vorbei mit Kulturhauptstadt, dann werden Büchereien, Schwimmbäder und Sportanlagen geschlossen. Dann sieht es ganz traurig aus in Essen.“
Künstlername aus dem Telefonbuch
Der Kabarettist Uwe Lyko hat seinen Künstlernamen Herbert Knebel vor über 25 Jahren im Telefonbuch gefunden. Er suchte ihn gemeinsam mit seinen Kollegen vom Affentheater: „Wir wollten nicht so einen typischen Ruhrgebietsnamen wie Erwin Szaberniak oder Horst Schibulski“, sagte er. „Wir haben das Telefonbuch aufgeschlagen, den Finger reingehalten, und einer hat „Stopp“ gesagt, da stand dann eben Knebel. Den Vornamen hatten wir uns allerdings schon vorher überlegt: Herbert das fanden wir gut“, sagte Lyko.
Viele der unverwechselbaren Formulierungen des Rentners mit der Prinz-Heinrich-Mütze und der beigen Popeline-Jacke hat Lyko aus der engeren Verwandtschaft: „Die Sprache von Herbert Knebel ist sehr stark angelehnt an das Vokabular meiner Oma. Sie hat sich darin allerdings nicht wiedererkannt. Irgendwann hat sie mich mal auf der Bühne gesehen, und nach dem Auftritt sagte sie zu mir: Uwe, ganz toll, auch die Applause von die Leute. Aber, hömma, zieh dir doch mal was anderes an.“(apn)
11:12
Vor allem ist das Timing super Klasse . Wenn man überlegt . Ruhr2010 sperrt die A40 , na gut . Aber hat mal einer nachgedacht , das in Bochum Festival ist und das erste heiße Ferienwochenende . Tolle Planung , das wäre wieder nen Thema für HERBERT
16:02
Der Mann hat in allen Punkten recht. Ich finde in Projekten wie der Apfelinsel oder dem A40-Picknick keine Spur von Ruhrgebietskultur, wie sie z.B. in Lykos Programm zu finden ist. Daher kann ich mit Ruhr 2010 auch nichts anfangen. Reine Verschwendung knapper Ressourcen, die anders besser und vor allem nachhaltiger hätten verwendet werden können.
15:41
Er hat zwar größtenteils Recht, aber man kann eine freie Szene eben nicht einbinden. Man hätte allerdings viel mehr freien Raum für spontane künstlerische Aktionen geben können. Nur, sowas geht in Deutschland, wo man für jeden pup einen Antrag mit drei Durchschriften benötigt, nicht so einfach.
15:25
Das ist absolut richtig, was Uwe Lyko kritisiert.
Es wurde aber schon im letzten Jahr deutlich. Und auch viele Kritikerstimmen haben aus der freien Szene darauf hingewiesen.
Doch die Herren der Ruhr2010 haben die Kritik spurlos an sich vorrüber ziehen lassen.
Auch dass Herr Pleitgen für die drei Jahre 3 Millionen Euro bekommen hat, ist nie diskutiert worden.
Warum auch? Die Entscheidung, wer etwas machen darf und wieviel er an harten Euros dafür bekommt obliegt genau in den Händen, die jetzt weinen, dass es bald kein Geld mehr für Kultur geben wird.
donjon
15:25
Nur die Brücke, die die enorme Entfernung con 500m halbiert, das Ding am Kaisergarten OB, das wird wohl nicht 2010 fertig. Brauchen tut dier auch keiner, wie das TZU. Ding auch nicht.
Manche machen aber gerne Spesenreisen, da bei 2010?
15:04
Herbert datt sach ich Dich, du has Recht !!
ARMES NRW
14:43
pleitgen und co sind doch erfahren geld-verbrennungsmaschinen zu betreiben - oder wie nennt man die sogenannten öffentlich-rechtlichen anstalten die in nichts besser sind als privatsender.
13:21
Halte die Kritik von Herrn Lyko auch für sehr angebracht und sie ist ernst zu nehmen - aber eh zu spät ! Möglicherweise hätte sich Herr Lyko aber auch früher melden sollen , sofern er dies nicht so gemacht hat .
12:32
Recht hat er! Diese Geldverbrennungsmaschine RUHR2010 bringt der Region überhaupt nichts. Sie dient lediglich einigen, elitären Selbstdarstellern und sichert diverse Kultur-Pöstchen in der Region.
Die sog. Kreativen Quartiere (subventionierte Ausstellungsflächen), die von Herrn Rüttgers und Herrn Gorny mit großer Geste angekündigt wurden, die gibt es bis heute nicht. Begründung: Es fehlt das Geld.
Dafür kriegen wir allerdings ein Picknick auf der A40, wo Herr Scheytt und Herr Pleitgen die Bütterkes höchstpersönlich schmieren werden.
Gaaaaaaaaaaanz großes Kino!