Urteil im Prozess um den „Nazikeller“

Eisenstadt..  Seinen Auftritt in einer Neonazi-Szene im Dokumentarfilm „Im Keller“ von Regisseur Ulrich Seidl muss ein 58-jähriger Österreicher mit zehn Monaten Haft auf Bewährung büßen. Er wurde jetzt vom Landgericht Eisenstadt wegen sogenannter Wiederbetätigung verurteilt. Das Gesetz stellt die Verherrlichung von NS-Organisationen unter Strafe. Der Angeklagte hatte in seinem Keller mehrere Uniformen mit Hakenkreuz, Hakenkreuz-Fahnen und Hitler-Bilder aufbewahrt.

Zu den Dreharbeiten im Jahr 2009 wurde am Donnerstag auch Regisseur Ulrich Seidl vom Gericht befragt. Er sagte, es sei alles „selbstverständlich inszeniert. Es ist nichts zufällig passiert. Das ist sehr genau geplant.“ Im Film passiere, was der Wahrheit entspreche. „Wo er sich hinbewegt, das ist von mir gekommen, der Text nicht.“

In dem Film zeigt Seidl („Hundstage“) in mehreren Keller-Episoden absonderliche Hobbys und Geheimnisse seiner Mitmenschen – darunter auch die Bilder des Kellers, um den es vor Gericht ging.