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Auszeichnung

Ursula Krechel gewinnt Deutschen Buchpreis für Roman „Landgericht“

08.10.2012 | 21:12 Uhr
Ursula Krechel gewinnt Deutschen Buchpreis für Roman „Landgericht“
Die Schriftstellerin Ursula Krechel erhält für ihren Roman „Landgericht“ den Deutschen Buchpreis 2012. Foto: dapd

Frankfurt/Main.  Der Deutsche Buchpreis geht in diesem Jahr an die Autorin Ursula Krechel für ihren Roman „Landgericht“. Ihr Buch sei „ein bewegender, politisch akuter, in seiner Anmutung bewundernswert kühler und moderner Roman“, erklärte die siebenköpfige Jury am Montag zur Begründung.

Der Deutsche Buchpreis 2012 geht an die Schriftstellerin Ursula Krechel. Die 64-Jährige erhielt die Auszeichnung für den Roman „Landgericht“, wie die Jury des Buchpreises am Montagabend in Frankfurt am Main am Vorabend der Buchmesse bekannt gab. In dem Buch geht es um einen jüdischen Richter, der nach dem Ende der NS-Zeit nach Deutschland zurückkehrt und dort keine Heimat mehr findet. „Die Sprache des Romans oszilliert zwischen Erzählung, Dokumentation, Essay und Analyse. Bald poetisch, bald lakonisch, zeichnet Krechel präzise ihr Bild der frühen Bundesrepublik“, heißt es in der Begründung der Jury.

Die Arbeit an dem Buch sei für sie auch eine persönliche Wiedergutmachung an den Opfern des Nationalsozialismus gewesen, sagte Krechel in ihrer Dankesrede. Viele warteten noch heute auf eine zumindest juristische Anerkennung ihrer Leiden, von einer materiellen Entschädigung ganz zu schweigen.

Im Mittelpunkt von „Landgericht“ steht der Richter Richard Kornitzer, der nach zehnjährigem Exil an den Bodensee zieht - zu seiner nichtjüdischen Frau, die in Deutschland geblieben war. Vergeblich bemüht er sich darum, im Nachkriegsdeutschland Fuß zu fassen. Krechel beschrieb es als eine Geschichte des Nicht-Ankommens.

Krechel erhält 25.000 Euro Preisgeld

Die Autorin setzte sich gegen fünf Mitbewerber durch: Ernst Augustin (“Robinsons blaues Haus“) Wolfgang Herrndorf (“Sand“), Clemens J. Setz (“Indigo“), Stephan Thome (“Fliehkräfte“) und Ulf Erdmann Ziegler (“Nichts Weißes“). Die Siegerin erhält mit der Auszeichnung 25.000 Euro Preisgeld, die fünf übrigen Finalisten jeweils 2.500 Euro.

Die sieben Jurymitglieder hatten in den zurückliegenden Monaten insgesamt 162 Romane gesichtet, die zwischen Oktober 2011 und Mitte September 2012 erschienen sind. Zunächst wählten sie eine 20 Titel umfassende Longlist und zuletzt eine Shortlist mit sechs Titeln aus.

Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 verliehen und hat sich zu einer der meistbeachteten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum entwickelt. Der Preis wird traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse vergeben, die am Dienstag (9. Oktober) offiziell eröffnet wird. (dapd/afp)

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