Unprojekte zeigt Kunst jenseits von Ruhr.2010
12.08.2010 | 17:35 Uhr 2010-08-12T17:35:00+0200
Essen.Aus einer Idee ist Realität geworden: Das Unprojekte-Festival präsentiert ab Samstag auf dem Essener Kopstadtplatz Musik, Theater und bildende Kunst, die nicht von Ruhr.2010 zur Förderung zugelassen wurde - und dennoch eine Chance verdient hat.
Das Sommerfest ist nur der Anfang: Am Samstag, 14. August, zeigen die Künstler der Unprojekte 2010, wie kreativ das Ruhrgebiet auch ohne offiziellen Ruhr.2010-Stempel ist. Rund um den Kopstadtplatz in Essen sorgen Bands und DJs für Musik, während sich die Besucher in leerstehenden Ladenlokalen die Kunst-Projekte ansehen können. Das Sommerfest bildet den Auftakt für das Unprojekte-Festival, das bis zum 12. September läuft.
Kreativität des Ruhrgebiets zeigen
Seit einem Jahr besteht der Zusammenschluss Unprojekte 2010. Ziel des Vereins ist es, das kulturelle Potenzial des Ruhrgebiets jenseits der Ruhr.2010 zu fördern. „Viele unserer Projekte sind von den Organisatoren des Kulturhauptstadtjahres abgelehnt worden und werden finanziell nicht unterstützt. Andere Künstler wollten mit ihren Ideen direkt im Bereich der Subkultur bleiben“, erklärt Markus Kroll vom Verein. Deshalb gründeten er und weitere Kulturmacher die Unprojekte. „Wir bewerten die Ideen nicht. Bei uns kann jeder zeigen, was Kunst für ihn bedeutet“, so Kroll. Einzige Anforderung an die Projekte war der Bezug zum Ruhrgebiet - entweder durch die Herkunft des Künstlers oder durch den direkten Bezug des Projekts zur Region.
Die Ideen präsentierten die Künstler auf einer Plattform im Internet. Unter den 114 Entwürfen konnten die Nutzer der Seite ihre Lieblingsprojekte wählen. Die Top Ten dieser Abstimmung werden im Rahmen des Unprojekte-Festivals besonders gewürdigt. In eigenen Abendveranstaltungen bekommen die Künstler die Möglichkeit, ihr Projekt vorzustellen. Aber auch die vielen Projekte, die nicht unter die ersten zehn gekommen sind, werden während des Festivals ausgestellt.
Musikcomedy und Brettspiel
Einer der Gewinner der Online-Abstimmung ist das Spiel AufRUHR, das Berliner Studenten entwickelt haben. AufRUHR ist eines der positiven Beispiele, wie die Unprojekte dafür sorgen können, dass aus einer Idee Realität werden kann. Das Brettspiel, bei dem die Spieler in die Rolle der Bürgermeister der Ruhrgebiets-Kernstädte schlüpfen und ihre Interessen vertreten müssen, hat über die Internetseite der Unprojekte einen Förderer gefunden und ist seit kurzem auf dem Mark.
In eine ganz andere Richtung geht die Kunst von Kristina Mohr. Als Saxophonistin Emmi Meyer wollte sie eigentlich alle 53 Ruhrgebietsstädte bereisen und an ungewöhnlichen Orten die Menschen mit ihren Blues-Versionen bekannter Lieder wie „Girl From Ipanema“ unterhalten. „ Aber so ein Projekt ist teuer, und die Ruhr.2010-Veranstalter haben meine Idee ignoriert“, erklärt Kristina Mohr. Deshalb hat sie sich erst einmal räumlich beschränkt und will am Samstag den Besuchern des Unprojekte-Sommerfestes mit ihrem Musik-Comedy-Programm Spaß machen.
Eins ist Peter Brdenk vom Forum Kunst & Architektur, welches die Dauerausstellung während des Festivals beherbergt, wichtig: „Die Unprojekte sind keine Kritik an dem, was für Ruhr.2010 ausgesucht wurde“, erklärt er, „wir wollen auf die Vielfältigkeit der Ideen aufmerksam machen und die historische Chance des Kulturhauptstadtjahres nutzen“. Das Thema Nachhaltigkeit, das in der Kulturhauptstadt eine große Rolle spielt, ist für die Unprojekte genauso interessant. Markus Kroll: „Wir wollen auch nach 2010 bestehen.“
18:10
Wenn die Ruhr2010 diese Projekte nicht abgelehnt hätte, dann wäre uns gestern ein wunderbarer Abend entgangen! Am besten haben uns die Coppinski-Bilder gefallen. Wir haben lange nicht mehr so viel gelacht!