Unesco: Australien soll Great Barrier Reef besser schützen

Bonn..  Das Weltnaturerbe Great Barrier Reef ist nach Einschätzung von Umweltschützern von der vollständigen Zerstörung bedroht: „Ich gebe dem Riff keine weiteren 30 Jahre, wenn sich nicht sofort etwas ändert“, sagte die Meeresexpertin von Greenpeace, Sandra Schöttner, am Dienstag am Rande der Jahrestagung des Unesco-Welterbekomitees in Bonn. Seit 1985 ist etwa die Hälfte der Korallendecke abgestorben.

Das Welterbekomitee will sich heute mit dem Great Barrier Reef befassen. Als wahrscheinlich gilt, dass es einen Beschluss verabschiedet, der von Australien verstärkte Schutzanstrengungen verlangt. Eine andere Möglichkeit ist, das Riff bereits jetzt auf die Rote Liste der gefährdeten Stätten zu setzen. Selbst wenn das nicht passiert, steht Australien jedoch unter intensiver Beobachtung der Unesco.

Das weltgrößte Korallenriff wird bedroht durch die Erwärmung der Meere, die Verschmutzung des Wassers durch Einleitungen aus australischen Flüssen und durch Kohlebergbau an der Küste. Die australische Regierung will die Kohleindustrie noch ausbauen und braucht dafür neue Häfen. Das Ausbaggern und der steigende Schiffsverkehr würden das Riff nach Einschätzung von Experten massiv belasten.

Das Great Barrier Reef besteht aus rund 3000 einzelnen Riffen und 900 Inseln. Seit 1981 gehört es zum Weltnaturerbe.