Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Kino

Üben, üben, üben!

20.07.2010 | 19:53 Uhr
Üben, üben, üben!
Karate Kid Foto: Sony Pictures

Essen.Als Papa Will im Kinofilm „Hancock” das Superman-Sein probierte, vergaß sein Held die Demut und das Trainieren. Der Absturz war entsprechend: blaue Flecken, tiefe Ego-Schrammen, Rüpel-Schimpfe. Sohnemann Jaden Smith’ Lektion als furioses „Karate Kid” heißt entsprechend: üben, üben, üben!

Harald Zwarts Neuverfilmung des Kinoklassikers von 1984 (Will und Jada Pinkett Smith zeichnen diesmal als Produzenten verantwortlich) schließt da an, wo die erste Smith-Familien-Koproduktion „Streben nach Glück” vor gut drei Jahren aufhörte: Der talentierte Smith-Junior spielt das Kind, das aus Not früh erwachsen werden muss. „Erster ausgefallener Milchzahn, erster Homerun, Papas Tod”, steht auf der Kinderzimmerwand. Die Reise nach China soll der kleinen Mutter-Sohn-Familie nicht nur beruflich neue Perspektiven öffnen.

Diesmal gibt es
Kung Fu statt Karate

Diese geographische Veränderung macht sich der Film zunutze, der diesmal im übrigen Kung Fu und nicht Karate-Kunststücke vorführt und die Weisheiten fernöstlicher Philosophie so um einiges glaubwürdiger vermitteln kann. Ansonsten hält sich das Drehbuch eng ans Original, das in den 1980ern tausende von Kids in die Karateschulen trieb.

Dass der kleine Smith als Dre Parker mit seinen elf Jahren dabei um einiges jünger ist als sein damals 20-jähriger Vorgänger Ralph Macchio, irritiert womöglich nicht nur beim Filmkuss mit seiner kleinen chinesischen Freundin, den die Regie offenbar für unabdingbar hielt. Allerdings stemmt sich der Superstar-Spross mit einigem Charme in die kraftraubende Rolle, die mit einer Schulhof-Rüpelei beginnt und am Ende zur ganz großen Wettkampf-Form aufläuft. Mr. Han sei dank, den der angenehm zurückgenommene Jackie Chan als melancholischer Hausmeister, weiser Mentor und gütig-strenger Ersatzvater spielt.

So pendelt der mit 130 Minuten etwas lang geratene Film einigermaßen unterhaltsam zwischen exotischer Kulisse samt Stäbchen-Akrobatik und Schattentheater und solidem Action-Kino mit rasanten Verfolgungsjagden und Kampf-Choreographien.

Martina Schürmann

Facebook
 
Kommentare
22.07.2010
11:16
Üben, üben, üben, Karate Kid!
von NotPennysBoat | #5

@Captain F.

Upsa..aber natürlich doch. Sensei Miyagi. Danke. Das kommt anscheinend von too much Hollywood.

130 Minuten...wirklich allerhand. Wenn man im Kino genau hinschaut, sieht man den Knaben in der Zeit wohl auch noch wachsen. ;)

22.07.2010
06:25
Üben, üben, üben, Karate Kid!
von KungFuPanda | #4

130 MINUTEN !!!!

JA ne is klar. Kommtmnoch Werbung dazwischen ??
Das Original hatte nicht mal genug Handlung für 90 Minuten.

21.07.2010
17:41
Üben, üben, üben, Karate Kid!
von Captain Future | #3

@ NotPennysboat

Es ist nicht Mister Mariachi ( das ist der Gitarrespielende Auftragskiller )

sondern Mr. Miyagi......

Abgesehen davon heisst es nicht umsonst:
Hollywood is very good in selling things twice...

21.07.2010
16:44
Üben, üben, üben, Karate Kid!
von NotPennysBoat | #2

Ja, ein Kino-Klassiker. Das ist The Karate Kid durchaus. Ansonsten wäre Mister Mariachi wohl kaum ein geflügeltes Wort für einen fast allwissenden Oberguru geworden.
Viele haben den Film damals gesehen und ihn so zum Erfolg gemacht. Und genau deswegen probieren die Produzenten dies nun nachzuahmen, was ihnen mit einem Remake von Eis am Stiel eher weniger gelingen dürfte.
Ich werde mir den Film nicht ansehen, da schaue ich lieber das Original.
Aber erfolgreich könnte er schon werden - amerikanische Aufstiegsstorys gehen immer.

21.07.2010
14:42
Üben, üben, üben, Karate Kid!
von ArchieLeach | #1

Karate-Kid ein Kino-Klassiker???
Die immer gleiche amerikanische Aufstiegsstory, garniert mit etwas fernöstlicher Philosophie?

Ich bin mal gespannt, wann sie uns Eis am Stiel als Kinoklassiker verkaufen.

Daß dieses Teenie-Filmchen jetzt neu verfilmt wird, spricht eigentlich nur für die Phantasielosigkeit der Produzenten.
Neue Stories kosten anscheinend zu viel Geld, da recyclet man lieber immer den selben Mist.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3294529/create

Aktuelle Fotos und Videos
Schweden gewinnt ESC
Bildgalerie
Fotostrecke
Das 10. Rock Hard
Bildgalerie
Festival
Tanzhommage an Queen
Bildgalerie
Kultur Pur 2012
Musiker im ESC Finale
Bildgalerie
ESC 2012
Aus dem Ressort
Künstler wirft der Documenta-Leitung Zensur vor
Ausstellung
Streit um die Documenta in Kassel: Die evangelische Kirche wollte zur Documenta-Zeit vor einer Kirche ebenfalls Kunst zeigen. Dagegen wehrte sich die Documenta-Leitung - und muss sich nun den Vorwurf gefallen lassen, Zensur zu betreiben.
Türkischem Pianisten Fazil Say droht Haft wegen Tweet
Regierungskritiker
Dem bekanntem türkischen Pianisten Fazil Say drohen eineinhalb Jahre Haft. Say soll auf Twitter den Islam beleidigt haben. Die türkische Justiz ermittelt wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. Say hat auch eine Verbindung nach NRW.