Ruhr 2010
Twilight - bis zur Dämmerung
30.08.2010 | 18:08 Uhr 2010-08-30T18:08:00+0200
Duisburg.„Twilight Zone“ heißt ein Lichtkunstprojekt anlässlich von Ruhr 2010. Von Hagen bis Duisburg werden dabei vom 3. bis 26. September magische Lichtbilder über die Ruhr gleiten.
Alles fließt. Die Stadtlandschaft, der Fluss, die Struktur. Das Ruhrgebiet weiß es: Alles fließt und muss fließen, hier besonders. Ab Freitag fließen Bilder die Ruhr hinab, Bilder, die diese sonderbare, wunde, stolze Region verändern werden. Sie werden so verrückt sein, so bestürzend schön, dass die Menschen stehen bleiben und staunen.
Ruhrlights – Twilight Zone heißt das Projekt englischsperrig, und was soll ’s? Die Künstler nennen ihre Werke selbst „Time“ und „Inventories of Abstraction“, was, wer hätte das gedacht, „Inventur der Abstraktion“ heißt. Man muss die Titel aber nicht verstehen; wer die Bilder sieht, wird wissen, dass sie für ihn sind.
Twilight ist die Dämmerung, das Licht zwischen Tag und Nacht, die Stunde, in der alle Lichter magisch werden. Es wird der Augenblick sein an jedem Abend bis zum 26. September, in dem sich die Kunst wie ein Flügel über die Ruhr legt und ihr Farben gibt, Bewegung und Bedeutung.
Nichts Fassbares wird hinterlassen
Ruhrlights gab es schon 2008 in Mülheim. Die Stadt wollte den bis dahin eher ge-duldeten Fluss als Landschaft gewinnen, und der Erfolg gab ihr Recht. 10 000 Menschen sahen in einer Woche die Installationen, so entstand der Gedanke, für die Kulturhauptstadt etwas Ähnliches, Größeres, Weiteres zu denken.
Von Hagen bis Duisburg wandern nun Lichtbilder und hinterlassen: nichts Fassbares. Etwas Flüchtiges, das als Idee an dem Ort bleiben wird, den es verzaubert hat.
Niemand wird je die grüne Skulptur vergessen, die auf der Hengstey-Insel bei Hagen-Bathey leuchten wird, schimmernd verdoppelt durch die Spiegelung im Wasser. Industrielle Wassertanks, gefüllt mit Licht; wer die Skulptur betritt, verändert mit seiner Bewegung ihr Leuchten. Die Lichtinsel der Künstlergruppe modulorbeat ist die einzige, die ihren Ort verlässt, sie wandert nach Mülheim, zur Stadthalle, und nach Duisburg.
In Bochum leuchtet Kap Kaminski
Die zweite Station des Lichts ist Hattingen. Auf einer Steinwand nahe der Henrichs-hütte leuchten Worte – Andreas M. Kaufmann, der auch das U-Boot für den Baldeneysee gebaut hat, projiziert Ruhrdeutsch aus Werner Boschmanns wohlbekanntem Lexikon: Brassel, Döspaddel, Haschmich „Dem Ort seine Sprache“ heißt sinnig das Werk, das an der Wittener Burgruine Hardenstein variiert wird: mit Mottek, Pinge, Pittermesser.
In Bochum leuchtet Kap Kaminski, endlich. Yves Netzhammer, der Meister der schwebenden Bilder, bespielt das Radom, das die Parabolantenne schützt; nachts wandeln sich die bewegten Bilder zu stillen Farben, die Kuppel leuchtet rot, violett, orange.
In Essen entsteht etwas, das lächeln lässt: Christoph Hildebrand installiert auf dem Regattaturm am Baldeneysee Uhren, unterschiedlich groß, unterschiedlich schnell, sie bringen die Zeit aus dem Takt.
In Mülheim verwandeln acht Künstler den Fluss. Tatzu Nishi schafft für den Parkplatz am Wasserkraftwerk einen ironischen Spot: Über der öffentlichen Toilette schwebt das Schild „WC“. Am Ufer in der Nähe dramatisiert Siegrun Appelt mit Suchscheinwerfern die Landschaft, lässt Bäume und Sträucher unwirklich scheinen. Die Gruppe Mader Stublic Wiermann spielt mit der Realität; sie spiegelt im Schaufenster des Möbelhauses von der Linden die Welt und verändert sie ein bisschen. Über die Stufen der Stadthalle lässt sie Wasser fließen. Klaus Obermaier projiziert Muster aufs Rathaus und betanzt den Ringlokschuppen; die leuchtenden Tanks von modulorbeat legen an. Der Lichtvorhang unter der Schlossbrücke von Ute und Arend Zwicker ist schon seit 2008 da.
Ein Fest mit Kogler
In Duisburg endet die Reise des Lichts mit einem Fest. Im Innenhafen legt Peter Kogler leuchtende Netze über die Uferpromenade, Mader Stublic Wiermann lassen das Jüdische Gemeindezentrum tanzen. Auf dem Turm der Salvatorkirche erzählt ein Video von Xavier de Richemont die Geschichte der Stadt, Yves Netzthammer installiert im Ludwigforum ein Labyrinth mit Rehen, Vogelhäuschen und Medienboxen, eine Performance von Klaus Obermaier verzaubert den Treppenturm. Im „Garten der Erinnerungen“ schafft Manuel Schroeder eine Performance mit Filmen und Fotos. modulorbeat kommt an.
Und dann ist das Wunder auch schon vorbei.

22:58
Auf Bochum-Videos.de gibt es einen HD- Film zum Thema Ruhrlights, der visuell echt eindrucksvoll rüberkommt...
18:58
Ich habe mir diesen Unsinn vorhin einmal angeschaut. Hagen ist wirklich die Stadt, wo Des Kaisers neue Kleider aufgeführt wird. Dafür werden 30000 Euro gespendet von der Mark E! Das ist eine Unverschämtheit und ein Schlag ins Gesicht aller anderen Hagener Kultureinrichtungen, die stets leer ausgehen.
06:04
Ich bin erstaunt, dass sich bereits in den ersten Kommentaren eine derart kritische Haltung herauskristallisiert. Ich bin der Meinung: So, wie man ablehnend dem ganzen gegenüberstehen kann, so sollte man entsprechend viel Verständnis für die aufbringen, die das positiv sehen. Also, ein bißchen mehr Toleranz.
02:56
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23:03
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17:27
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17:27
Es handelt sich doch einfach um Lichtverschmutzung, die schnellstens abgestellt werden sollte, um die Natur nicht noch mehr zu drangsalieren.