Thema Kreativwirtschaft - zum Casting, bitte hier entlang
20.09.2009 | 15:48 Uhr 2009-09-20T15:48:00+0200
Oberhausen. Mit drei Projekten beteiligt sich Oberhausen am „Festival der Kreativwirtschaft”. Filmproduzent und -regisseur Sergej Stanojkovski arbeitet in der Alten Mitte der Stadt, die Kreative vielleicht wiederbeleben können - und sucht Menschen für seinen neuen Film.
Leute und Unternehmen, die so etwas tun, gibt's schon immer, relativ neu ist nur der Begriff: „Kreativwirtschaft” meint Architekten und Designer, Mimen und Musiker, Fotografen und Filmemacher, Kunst- und Kulturschaffende eben. In Oberhausen ist Kreativwirtschaft seit einigen Monaten ein Thema, nachdem Stadtplanern und Citymanagern bewusst geworden war, dass und wie sich andere Städte wiederbelebt haben – unter anderem nämlich dadurch, dass in niedergegangene Quartiere Kreative zogen, die in billigem Wohnraum neue Werte schufen. Beispiele: Prenzlauer Berg in Berlin (vollzogen), Schanzenviertel in Hamburg (auf dem Weg). Und nun Oberhausen?
Noch ein zartes Pflänzchen
Die Stadt macht sich allerdings nicht alleine auf den Weg, die Kulturhauptstadt spielt da eine gewichtige Rolle. In deren Vorfeld steigt am nächsten Samstag in neun Städten „Kreative Klasse Ruhr – Das Festival der Kreativwirtschaft”.Die teilnehmenden Städte neben Oberhausen sind Bochum, Dinslaken, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Mülheim und Schwelm. Insgesamt sind rund 100 Veranstaltungen vorgesehen – in Oberhausen lediglich drei, Kreativwirtschaft ist hier also noch ein zartes Pflänzchen.
Was aus Oberhausens der Zahl nach schmalem Programm hervorragt, ist die Veranstaltung, die der Filmproduzent und -regisseur Sergej Stanojkovski in seinen Büro- und Atelier-Räumen an der Marktstraße 15-17 anbietet. Er bereitet seit Wochen einen Film mit dem Arbeitstitel „Mein Ruhrgebiet – Kurzgeschichten einer Region” vor und lädt am 26. September zwischen 10 und 18 Uhr zum Casting: „Wir suchen für den Film”, sagt der sympathische Kulturschaffende, „Menschen, mit denen wir Casting-Interviews zum Thema Ruhrgebiet führen können.” Wobei die Leute nicht nur dann willkommen sind, wenn sie ihre eigene Biographie und Revier-Anekdoten erzählen, sondern auch, wenn sie in der Lage sind, darüber zu singen, dazu zu spielen, sie mimisch darzustellen.
Tag des offenen Kreativquartiers
Stanojkovski: „So entstehen Kurzgeschichten über das Ruhrgebiet und seine Einwohner, über deren Vergangenheit, Gegenwart und Vorstellungen von der Zukunft.” Wer an dem Casting teilnehmen möchte, sollte sich anmelden, per E-Mail mit dem Betreff „Casting” an office@sspfilm.com. „ssp” steht für „Sergej Stanojkovski Production GmbH”.
Gebündelt werden die Oberhausener Aktivitäten in der Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH (WFO), was daran liegt, dass Burkhard Koch sowohl dort als auch bei der Tourismus und Marketing Oberhausen (TMO) als Geschäftsführer engagiert ist. Eine von den drei Veranstaltungen ist denn auch federführend von der WFO organisiert – sie lädt um 15 Uhr auf den Altmarkt ein. Der und seine Umgebung werden – ausgehend vom Treffpunkt „Friedenssäule” – in einer zweistündigen Führung vorgestellt und dabei auf kreativwirtschaftliche Möglichkeiten hin abgeklopft. Motto: „Tag des offenen Kreativquartiers”.
Für die dritte Veranstaltung in Oberhausen sorgt die Agentur Contact GmbH im Osterfelder Steigerhaus (Foto oben). Die noch junge Agentur, in Oberhausen innerhalb weniger Jahre von drei auf mehr als 20 Köpfe gewachsen, veranstaltet einen „Markentriathlon”. Das ist kein Sport, sondern soll einen Hinweis darauf geben, wie ein Produkt („Marke”) auf dreierlei Art und Weise vermarktet wird oder werden kann. „Gespielt” wird von 11.30 bis 15 Uhr.
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