Theaterintendant nach IS-Vergleich entlassen

Rostock..  Der geschasste Intendant des Rostocker Volkstheaters, Sewan Latchinian, will seine fristlose Kündigung nicht hinnehmen. Er werde dagegen klagen, sagte er im Deutschlandradio Kultur. Die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) sieht die Lage im Rostocker Theater als hochdramatisch an. „Es gibt keinen Generalmusikdirektor, keinen Operndirektor, keinen Schauspieldirektor und keine künstlerische Leitung mehr“, sagte Präsident Jörg Löwer. „Was will man jetzt mit dem Volkstheater nur machen?“

Auch die Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins gibt Latchinian Rückendeckung: „Wir missbilligen diese Vorgehensweise zutiefst“, heißt es in einem Schreiben, in dem die Rücknahme der Kündigung gefordert wird.

Die Kündigung von Sewan Latchinian ist der Höhepunkt eines monatelangen Zwists um die Zukunft des Theaters. Ausgesprochen wurde sie wegen einer umstrittenen Äußerung Latchinians: Er hatte die Theaterpolitik des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit den Kulturzerstörungen der Terrormiliz Islamischer Staat verglichen.

Latchinian sagte, jeder wisse, dass dieser Vergleich nur ein Vorwand für die Kündigung sei. Als Grund vermutete der 54-Jährige vielmehr seinen monatelangen Widerstand gegen die beschlossenen Strukturveränderungen am Rostocker Volkstheater.

„Es kommen einem böse Ahnungen, dass jetzt jemand eingesetzt werden soll, der bequemer ist“, sagte GDBA-Präsident Löwer.

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