Technik, die nicht in Vitrinen passt

Am 31. Dezember 2018 ist Schicht im Schacht für den Steinkohlebergbau. Was heißt das fürs Museum?

Brüggerhoff: Das ist eine Herausforderung. Ein großer Punkt ist, dass wir die aktuelle Technik des deutschen Steinkohlenbergbaus bewahren und vermitteln wollen. Das Problem: Da geht es um Technik, die man nicht in kleine Vitrinen packen kann. Bis jetzt haben wir in enger Abstimmung mit der RAG zwischen 300 und 350 Objekte herausgesucht. Es geht um Dinge, die Entwicklungsschritte markieren oder Besonderheiten darstellen, also etwa „die letzten ihrer Art“ oder Dinge, die mit besonderen Umständen wie Unglücken verbunden sind.

Keine Sorge, dass Sie etwas vergessen werden?

Ach, wissen Sie, die Menschen werden hier eher „Boah!“ sagen als „Da fehlt doch was!“ Wir haben im Umfeld des Museums kleinere Depots. Aber für diesen Zweck wird man sich noch einmal deutlich vergrößern müssen.

Ginge das nicht in einem Besucherbergwerk, das in einer gerade stillgelegten Zeche eingerichtet würde?

Oh, das könnte man nur in einem Bergwerk haben, in dem immer noch „in echt“ gefördert wird. Das ist unbezahlbar! Dabei gibt es in letzter Zeit einen großen Boom bei den Anfragen nach Grubenfahrten, die Leute wollen den Steinkohlenbergbau erleben, solange es ihn noch gibt.