Tarantino vergleicht Sklaverei in den USA mit dem Holocaust
08.01.2013 | 13:50 Uhr 2013-01-08T13:50:38+0100
Berlin. Mit "Inglourious Basterds" lieferte US-Kultregisseur Quentin Tarantino 2009 eine brillante Satire auf die Zeit des nationalsozialistischen Regimes. Mit seinem neuen Film "Django unchained" widmet er sich jetzt in einer Art Spaghetti-Western der Sklaverei in den USA – und vergleicht sie mit dem Holocaust.
US-Regisseur Quentin Tarantino hat bei der Vorstellung seines neuen Films "Django Unchained" in Deutschland die Sklaverei in Amerika mit dem NS-Völkermord an den Juden verglichen. "Amerika ist für zwei Holocausts in seinem Land verantwortlich: für die Ausrottung der indianischen Ureinwohner und für die Versklavung von Afrikanern, Jamaikanern und Westindern in der Zeit des Sklavenhandels", sagte der 49-jährige Oscarpreisträger am Dienstag vor der Deutschlandpremiere seines Sklavendramas "Django Unchained" in Berlin.
In dem fast drei Stunden langen Brutalo-Western spielt der Deutsch-Österreicher Christoph Waltz einen Kopfgeldjäger, der sich mit einem befreiten Sklaven (Jamie Foxx) auf die Suche nach dessen auf einer Plantage geschundenen Frau macht.
Er habe vor allem eine "aufregende Abenteuergeschichte" erzählen wollen, sagte Tarantino ("Pulp Fiction", "Inglourious Basterds") . "Aber sie sollte vor dem Hintergrund der Sklaverei spielen, damit man die Brutalität wirklich sieht, mit der Amerikaner ihre schwarzen Sklaven behandelt haben."
Tarantinos Django-Film ist bereits für fünf Golden Globes nominiert
In Deutschland kommt der Film am 17. Januar in die Kinos. In den USA lief er bereits an Weihnachten an und wurde für fünf Golden Globes nominiert. Auch bei den Oscar-Nominierungen kann sich Tarantino erneut Hoffnungen machen. (dpa)
18:56
In der Tat ist nicht viel Unterschied darin zu sehen, ob ein Mensch als nicht lebenswert angesehen und umgebracht wird, oder ob er als Sache, als Eigentum zur freien Verfügung und Verfahrensweise betrachtet wird.
Es ist erschreckend, wie viele Länder ihren "eigenen" Holocaust in ihrer Vergangenheit haben, dies aber nicht im Geringsten zum öffentlichen Thema machen.
Ok, man könnte sagen, dass irgendwann so viel Zeit vergangen ist, dass ein Schuldgefühl bei den xten Nachkommen-Generationen der Täter nicht mehr aufkommen mag.
Irgendwie aber ist es nicht nachvollziehbar, dass in den USA bis vor wenigen Jahren offizielle Rassentrennungen usw. Normalität waren, aber eine erstaunlich geringe öffentliche Aufarbeitung herrscht.
Auch wenn der Film wahrscheinlich ein hartes Gemüt vom Zuschauer verlangt - gut, dass sich Stars mit dem Thema beschäftigen. Dass da allerdings ein Deutscher mitspielt, ist vielleicht nicht so der Bringer. Das sollte eine amerikanische Sache bleiben.
der Herr Walz ist Österreicher, wenns beliebt. Das kann man sogar heraushören, wenn man sich Mühe gibt. Ein Wiener gar, wenn ich mich recht entsinne...
18:35
hat er recht.
Aber da es inzwischen fast schon zum Selbstverständnis eines Deutschen gehört, dass die Deutschen die einzigen waren (besser: gewesen sein _müssen_), die sowas verbrochen haben, wird es hier wieder einen politisch korrekten Aufschrei geben.
Sofern die deutschen Medien das überhaupt publik machen; wundert mich, dass DW dass so unkommentiert meldet.