Superhelden erobern das Netz
28.03.2009 | 10:29 Uhr 2009-03-28T10:29:00+0100
Dortmund. Wirtschaftskrise, schlechtes Wetter und auch noch das letzte Fußball-Länderspiel gegen Norwegen verloren. Keine Frage. Nie brauchte Deutschland Superhelden dringender als in diesen Tagen. Nur einen Mausklick entfernt hat Arne Schulenberg sie erschaffen: Die „Union der Helden”.
Die Geschichte „Die Union der Helden” spielt vor heimischer Kulisse. Der Friedensplatz, das Bermuda-Dreieck, der Campus der Ruhr-Uni oder der Bakuda-Club haben bereits als Ort des Geschehens gedient.
Bei Foto-Shootings an einem Wochenende werden die Bilder für etwa sechs Wochen Geschichte geschossen.Die Spezialeffekte und Animationen baut Schulenburg dann am PC zusammen.
Es ist der erste heldenhafte Foto-Comic im Internet. Dass der Grafik- und Kommunikationsdesigner Arne Schulenberg Comic liebt, beweist der Blick in sein Arbeitszimmer. Hier stapeln sich unterschiedliche Erzählungen über die Abenteuer von Super, Spider-, Batman und Co..
Nur einen deutschen Spinnenfledermausmann, sprich einen Superhelden aus der Heimat, sucht man vergebens. „Es gibt einfach keinen”, sagt Arne Schulenberg. Zu gern hätte er schon längst selbst einen Comic gezeichnet, doch sein Stil erinnert eher an die lustigen Bilder von Lucky Luke und Asterix. „Zu funny für einen Superhelden”, wie er sagt.
Zusammen mit dem Fotografen Jens Sundheim entstand deshalb die Idee, einen Foto-Comic zu kreieren. Im Jahr 2007 meldeten sich die beiden beim Start-2-grow-Wettbewerb für junge Existenzgründer. Da ihnen zunächst der geforderte Business-Plan fehlte, beschlossen sie, ihren Foto-Comic als Werbeplattform anzubieten. Unternehmen erhalten die Möglichkeit, ihre Produkte zu platzieren und aus den Erlösen werden die Herstellung und die Darsteller finanziert. Einer Bank war diese Idee auch einen Kredit für die Existenzgründer wert. Die Union der Helden war geboren. Menschen aus Dortmund, die in einer Parallel-Welt ihre magischen Kräfte kennen lernen und von einem Abenteuer ins nächste schlittern.
Fan-Gemeinde wächst
Jeden Montag, Mittwoch und Freitag kommen neue Bilder aus der Geschichte hinzu. Auch die Fan-Gemeinde im Internet wächst. Seit dem Start des Foto-Comics im April vergangenen Jahres haben sich die Superhelden etwa 5000 regelmäßige Leser erkämpft. Dennoch: „Bis jetzt ist die Union der Helden noch ein Zuschussgeschäft, aber es geht kontinuierlich aufwärts”, sagt Schulenberg. Bis große Unternehmen ihre Produkte platzieren, sollten es 10.000 bis 20.000 Leser sein.
Im Mai wird Arne Schulenberg Vater, im November muss er beginnen, den Kredit zurückzuzahlen. Dann sollten die Superhelden auch langsam Geld abwerfen, aber Druck macht er sich deswegen nicht. „Es hat sich ein Zusatzprojekt ergeben.” Unternehmen haben Interesse, die Handhabung ihrer komplizierten Produkte durch Foto-Comics zu erklären. Die praktische Seite der Superhelden.
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