Stomp – alte Besen kehren gut

25 Jahre Show - und kein bisschen leiser: eine Szene aus "Stomp". Alte Besen gehören neben Mülltonnen zu den "Erz-Instrumenten“ der Stomper.
25 Jahre Show - und kein bisschen leiser: eine Szene aus "Stomp". Alte Besen gehören neben Mülltonnen zu den "Erz-Instrumenten“ der Stomper.
Foto: Steve McNicholas
Vor fast einem Vierteljahrhundert erfand der Brite Luke Cresswell zusammen mit Steve McNicholas die Rhythmus-Show "Stomp".

Brighton/Duisburg.. 1981 will sich ein britischer Drummer mit seinen Kollegen von der Band „Pookiesnackenburger“ in Edinburgh die Nase begießen. Doch statt in einem Pub landet Luke Cresswell in einem ziemlich abgefahrenen Theater, wo der Schauspieler, Musiker, Sänger und Autor Steve McNicholas mit einer Truppe namens „Cliff Hanger“ auftritt. Der Punker und das Multitalent sind nie einer Meinung – was beide ungemein inspirierend finden. Sie treten gemeinsam auf Straßentheaterfestivals auf und präsentieren im Mai 1990 in Brighton ein experimentelles Theaterstück, das den Titel „Stomp“ trägt. Der Rest ist Geschichte. Bis heute haben über 15 Millionen Menschen auf allen Kontinenten „Stomp“ gesehen. 2015 kehrt die Rhythmus-Show zurück nach Deutschland, vom 9. bis zum 11. Januar gastiert sie in Duisburg.

Alte Besen – die neben Mülltonnen zu den Erz-„Instrumenten“ der Stomper gehören – , kehren gut. Auch nach fast 25 Jahren noch. Dafür, dass der Erfolg von „Stomp“ ungebrochen anhält, hat Cresswell, inzwischen 51 Jahre alt, eine ebenso simple wie einleuchtende Erklärung: „Rhythmus ist eine Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird. In Japan ebenso wie in Brasilien oder in Deutschland. In jedem Erwachsenen steckt ein Kind, und dieses Kind, das spielen will, das wecken wir mit unserer Show. Wir regen Menschen dazu an, zu experimentieren, Dinge auszuprobieren. Auf einem bestimmten Grundlevel kann jeder das machen, was wir tun. Ein zweites verbindendes Element ist der Humor – auch Lachen ist etwas sehr Universelles.“

Musik in alltäglichen Dingen

Das, was „Stomp“ so lange jung hält, sagt Cresswell, ist das Publikum: „Zuerst sind wir nur in England aufgetreten, aber das funktioniert auf der ganzen Welt. Und die Show ist ja längst nicht mehr die gleiche. Wir arbeiten hart daran und versuchen ständig, uns noch zu steigern – noch frischer, schneller und lustiger zu sein. Das ist eine Arbeit, die nie beendet sein wird.“

Es kommen immer neue Szenen und „Instrumente“ hinzu, wie der Einkaufswagen-Marsch in „Trolleys“ oder das röhrende Installationsarmaturen-Orchester bei „Frogs“, die beide in Duisburg gezeigt werden und erst Ende 2012 konzipiert wurden. Und auch die wechselnden Darsteller verleihen jeder neuen Produktion ein anderes Gepräge: „Zu unseren ,Auditions’ kann jeder kommen. Er oder sie muss nur ein Gefühl für Rhythmus haben, eine Persönlichkeit sein und Spaß daran haben, auf der Bühne zu stehen.“

Für Cresswell haben die Eimer, die Rohre, die Tonnen, Zeitungen, Zippos und all die anderen ganz alltäglichen Dingen, in denen Musik steckt, bis heute ihren Reiz nicht verloren: „Und das wird so bleiben, solange das, was wir machen, gut und frisch ist. Und das Publikum uns sehen will. Wären wir müde und ausgelaugt, wäre das nicht mehr der Fall. Aber im Moment würde ich sagen: das kann ewig so weitergehen.“

Termine: Freitag, 9. 1., 20 Uhr, Samstag, 10. 1., 16 und 20 Uhr, Sonntag, 11. 1., 15 und 19 Uhr, Theater am Marientor, Duisburg, Plessingstraße 20, Telefon: 0203/28250.

Tickets: 69,50 € bis 46,50 €, Ermäßigungen für Kinder. Hier gibt es mehr Infos.

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