Stevie Wonder wird 65: Der Lieblingsmusiker des Präsidenten

Stevie Wonder war als Jugendlicher beim legendären Motown-Label unter Vertrag. Seine größten Hits landete er aber mit seinem eigenen Label Black Bull Music.
Stevie Wonder war als Jugendlicher beim legendären Motown-Label unter Vertrag. Seine größten Hits landete er aber mit seinem eigenen Label Black Bull Music.
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Stevie Wonder ist ein musikalisches Multitalent, politisch engagiert - und blind. Am Mittwoch wird der Lieblingsmusiker von Barack Obama 65 Jahre alt.

New York.. Er heißt Stevland Hardaway Judkins Morris und ist der Lieblingsmusiker von Präsident Barack Obama. Seit Geburt blind, hat er sich zu einem der wichtigsten Musiker der letzten Jahrzehnte entwickelt, und seine Popularität nutzt er, um sich für Bürgerrechte zu engagieren. Der Mann ist wie ein Wunder und so heißt er ja auch: Stevie Wonder wird am Mittwoch (13. Mai) 65 Jahre alt.

Der kleine Stevie kam im Mai 1950 in Saginaw, Michigan, zu früh und konnte nur im Inkubator überleben. Bald war klar, dass der Junge sein Leben lang blind sein würde. Seine Farben wurden die Töne. Der Knabe sang im Kirchenchor und spielte Mundharmonika, Schlagzeug und vor allem Klavier. Ronnie White, der mit "Love Machine" einen Hit hatte, vermittelte ihm ein Vorsingen beim heute legendären Motown-Label. Die erste Platte nahm Stevland in einem Alter auf, in dem andere Ball spielen: mit zwölf.

Nur folgerichtig hieß eine der nächsten Scheiben "The 12 Year Old Genius". Motown hatte den richtigen Riecher gehabt. Das Label gab es damals erst vier Jahre lang, und Stevie bescherte ihm die erste Nummer-Eins-Platte. Fast zehn Jahre blieben sie zusammen, Wonder und Motown. Je erwachsener das "Wunderkind" wurde, desto mehr wollte es aber auch Einfluss auf die Kompositionen haben.

Eine Liebeserklärung über das Telefon

Das ging mit dem Label nicht - also gründete er, gerade volljährig, sein eigenes: Black Bull Music. Das Multitalent machte in musikalischen Dingen fast alles allein und landete Hits wie "Superstition", "You are the sunshine of my life" oder "Sir Duke".

Grammys Und dann 1984 der größte Erfolg. Für die Komödie "Die Frau in Rot" macht er eine Liebeserklärung per Telefon: "Ich habe Dich nur mal angerufen, um Dir zu sagen, dass ich Dich liebe... Und das meine ich aus der Tiefe meines Herzens." Damals, lange vor Handy und Twitter, war das Telefon noch ein bisschen etwas Besonderes. In zwölf Ländern war das die Nummer Eins, sechs Wochen allein in Deutschland. Vielleicht, weil es auf Englisch noch ein bisschen besser klingt: "I Just Called To Say I Love You".

Dutzende Male wurde der Song kopiert, allein in Deutschland von so unterschiedlichen Künstlern wie Daliah Lavi und den Münchner Symphonikern, von James Last und den Ärzten. Ein Jahr darauf bekam der Popsong, der eigentlich Filmmusik ist, eine besondere Ehre: den Oscar.

Auf der Weltbühne ist aktiv

An die Statuette, und auch die Verkaufszahlen, kam Stevie Wonder später nie wieder heran. War seine Zeit vorbei? Oder setzte er lieber seinen eigenen Kopf durch, statt Pop zu machen? Die Fangemeinde wurde kleiner, aber treuer.

Notwehrrecht Wonder hat sich immer auch politisch engagiert. Der Schwarze forderte die gleichen Rechte für die Menschen aller Hautfarben, die er selbst nie gesehen hatte. Seinen Oscar widmete er Nelson Mande la, und einen seiner größten Auftritte hatte er im August 2008 beim Parteitag der Demokraten in Denver. Als die Delegierten Obama offiziell zum Präsidentschaftskandidaten kürten, spielte er "Furcht kann unsere Träume nicht stoppen". Sein 40 Jahre altes "Signed, Sealed, Delivered I'm Yours" war eines von Obamas offiziellen Wahlkampfliedern.

Auch auf der Weltbühne ist Wonder aktiv. Vor zwei Jahren stand er vor den Vereinten Nationen in New York neben UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und forderte gleiche Rechte für Behinderte: "Ich möchte allen Menschen sagen, nicht nur den politischen Führern: Wir müssen immer für andere sorgen, so wie wir wollen, dass für uns gesorgt wird", sagte er. Und ging noch weiter: "Es darf keinen Platz auf dieser Welt geben ohne Bildung für Kinder, ohne sauberes Wasser, ohne Achtung der Rechte von Frauen. Und es darf keinen Platz auf dieser Welt geben, an dem Behinderte nicht in Würde und unabhängig leben können." (dpa)