Stargeiger Zimmermann droht Verlust der Stradivari

Duisburg..  Leidtragender des Kunstverkaufs durch Portigon könnte auch Duisburgs Stargeiger Frank Peter Zimmermann werden. Er spielt die Stradivari „Lady Inchiquin“ als Leihgabe, die sich im Besitz des WestLB-Nachfolgers befindet und zum Marktwert von mehreren Millionen Euro veräußert werden soll.

Bei Auktionen erzielen diese Spitzeninstrumente auch Spitzenpreise. Gelten sie doch vielen als lukrative Kapitalanlage. Das ist besonders bei Stradivari-Geigen der Fall, die bei Auktionen durchaus Erlöse von vier Millionen Euro und mehr erzielen. Da können auch gut verdienende Stars im Musikgewerbe nicht mitbieten. Von den hohen Versicherungssummen, die erforderlich sind, ganz zu schweigen.

„Die große Liebe meines Lebens“

Frank Peter Zimmermann sagte über seine Geige in einem Interview einmal: „Viele Jahrzehnte war ich auf der Suche nach einem für mich idealen Instrument. Mit der Lady Inchiquin, die ich seit 2002 spiele, habe ich es gefunden. Sie ist die große Liebe meines Lebens. Sie ist ein Teil meiner selbst geworden.“ Er habe mehrere Jahre gebraucht, um ihre Geheimnisse zu ergründen, so Zimmermann. „Ich kann mir ein künstlerisches Leben ohne sie nicht mehr vorstellen.“

Noch im November vergangenen Jahres hatte Portigon Anfragen diesbezüglich als Spekulation abgetan. Seit Mittwoch sieht das anders aus. Zimmermann könnte seine kostbare Begleiterin verlieren. Denn nicht jeder Käufer ist bereit, sein erworbenes Instrument einem exzellenten Musiker in die Hand zu geben. So geschehen 2001 mit der Stradivari „Lady Blunt“ von 1721. Sie wechselte bei einer Versteigerung zum Wohle der japanischen Erdbebenopfer für 11,6 Millionen Euro den Besitzer. Der ist unbekannt und hält die „Lady Blunt“ seitdem in seinem Tresor unter Verschluss.

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