Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Kultur

Stadt Frankfurt und Streeruwitz stellen sich hinter Judith Butler

31.08.2012 | 14:19 Uhr
Foto: /ddp images / dapd/dapd

Die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz hat die Kritik an der Vergabe des diesjährigen Adorno-Preises an die amerikanische Philosophin und Geschlechterforscherin Judith Butler zurückgewiesen. Die Österreicherin, die als Mitglied des Adorno-Kuratoriums an der Preisvergabe beteiligt war, verteidigte Butler zudem gegen den Vorwurf der Israelfeindlichkeit.

Berlin (dapd). Die Schriftstellerin Marlene Streeruwitz hat die Kritik an der Vergabe des diesjährigen Adorno-Preises an die amerikanische Philosophin und Geschlechterforscherin Judith Butler zurückgewiesen. Die Österreicherin, die als Mitglied des Adorno-Kuratoriums an der Preisvergabe beteiligt war, verteidigte Butler zudem gegen den Vorwurf der Israelfeindlichkeit. Auch die Stadt Frankfurt am Main, die den Preis alle drei Jahre vergibt, stellte sich hinter die Entscheidung der Jury. Der Zentralrat der Juden hatte die Auszeichnung Butlers scharf kritisiert und der jüdischen Wissenschaftlerin eine israelfeindliche Haltung vorgeworfen.

Streeruwitz sagte im Deutschlandradio Kultur, Butler bekomme den Preis "für ein Riesenwerk und eine Stellungnahme zur Welt, die sehr komplex und differenziert" sei. Die Unterstellung der Israelfeindlichkeit sei "eine Brandmarkung" Butlers. Die Kritik des Zentralrats, wonach es dem Kuratorium angesichts der Entscheidung offenbar an moralischer Festigkeit fehle, wies sie zurück. "Ich finde es einfach eine maßlose Feststellung, und ich stehe davor und staune."

Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth sagte am Freitag, zwar sei die derzeitige Kritik verständlich. "Überraschend aber ist, dass die Kritik so scharf ausgefallen ist und nicht zwischen einzelnen Aussagen Butlers und ihrem Gesamtwerk differenziert wird", fügte er hinzu.

Empörung beim Zentralrat

Der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, hatte Butler am Montag eine "Israel-Hasserin" genannt, die Hamas und Hisbollah als legitime soziale Organisationen bezeichne und zum Boykott gegen Israel aufrufe. Die Preisverleihung an Butler sei empörend.

Butler selbst nimmt in der Wochenzeitung "Die Zeit" Stellung zu den Vorwürfen, die sie als "verleumderisch" und "haltlos" bezeichnete. Behauptungen, sie unterstütze Hamas und Hisbollah, seien falsch. Sie lehne Gewalt ab. Ihre Äußerungen seien missverstanden und aus dem Zusammenhang gerissen worden. Sie habe auf einer Veranstaltung lediglich auf die Frage antworten wollen, in welchem politischen Spektrum die Organisationen einzuordnen seien.

Der mit 50.000 Euro dotierte Adorno-Preis wird Butler am 11. September in der Frankfurter Paulskirche verliehen. Die Entscheidung des Kuratoriums für Butler war bereits Ende Mai bekannt gegeben worden.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Bastian Schweinsteiger wird neuer Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Was halten Sie von der Entscheidung?

Bastian Schweinsteiger wird neuer Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Was halten Sie von der Entscheidung?

 
Fotos und Videos
Der Kult-Trabi 601 wird 50
Bildgalerie
Oldtimer
Niedecken "Unplugged" im Zelt
Bildgalerie
Zeltfestival Ruhr
Aus dem Ressort
Schauspieler Gottfried John ist mit 72 Jahren gestorben
Nachruf
Er spielte in mehreren Fassbinder-Filmen und bekam es als Bösewicht mit James Bond zu tun: Gottfried John. Nun ist der der Schauspieler mit dem markanten Gesicht am Montag gestorben. Er wurde 72 Jahre alt. Ein Nachruf.
Beatsteaks und Casper - "Westend"-Tickets fürs FZW gewinnen
Festival-Verlosung
Zum 25. Geburtstag des Dortmunder Musikmagazins Visions geben sich nicht nur Kraftklub und Thees Uhlmann in der Westfalenhalle die Ehre. Auch Casper und die Beatsteaks kommen nach Dortmund. Wir verlosen Tickets für das dreitägige Westend-Festival im FZW.
Ermittlungen in Achenbach-Affäre auf Ex-Partner ausgeweitet
Kunsthandel
Der Skandal um den Kunstberater Helge Achenbach zieht weitere Kreise. Die Staatsanwaltschaft hat einen weiteren Verdächtigen im Visier, einen früheren Geschäftspartner der inzwischen aufgelösten "Berenberg Art Advice". Beide sollen betuchte Geldanleger beim Kauf von Kunst betrogen haben.
Regie-Student will in Ennepetal einen Western drehen
Henning Beckhoff
Ennepetal auf der Kinoleinwand - das könnte bald Wirklichkeit werden. Henning Beckhoff will dafür sorgen. Der 23-Jährige stammt aus der Stadt im Ennepe-Ruhr-Kreis und studiert jetzt Regie an der Filmuniversität in Babelsberg. Sein Abschlussfilm soll ein Western in Spielfilmlänge werden.
Junge deutsche Schauspielriege kommt zum Toronto Filmfest
Festspiele
In Venedig ist der letzte Vorhang noch nicht gefallen, schon steht in Toronto das nächste Filmfest an. Deutschland ist mit 31 Filmen dabei und schickt eine ganze Schar an Jungstars. Und es könnten dort sogar schon einen ersten heißen Hinweis auf die Oscar-Favoriten geben.